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Portugal – Gastland der Leipziger Buchmesse 2022

„Unerwartete Begegnungen“ finden statt: 10 Autorinnen und Autoren aus Portugal kommen im März nach Leipzig

Lesungen, Gespräche, Ausstellung und zu Gast beim Blauen Sofa

Trotz der Absage der Leipziger Buchmesse ist Portugal als Gastland 2022 in Leipzig präsent und stellt dem deutschsprachigen Lesepublikum seine vielfältige Literatur vor: Am 17. und 18. März sorgen 10 Autorinnen und Autoren aus Portugal und weiteren portugiesisch-sprachigen Ländern mit Lesungen und Gesprächsrunden für „Unerwartete Begegnungen“ – so das Motto des Gastlandauftrittes. Die Veranstaltungen finden in der Schaubühne Lindenfels sowie im Haus des Buches statt. Dort wird auch am 17. März die Ausstellung „Frauen bei Saramago“ über den Literaturnobelpreisträger José Saramago anlässlich seines 100. Geburtstags feierlich eröffnet. Ebenfalls am 17. März ist Portugal zu Gast beim Blauen Sofa.

Pressemappe unter https://camoesberlim.de/de/press/

Kulturprogramm
    Donnerstag, 17/03
    Haus des Buches
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    18h
    Ausstellungseröffnung
    "Frauen bei Saramago"
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    Das Projekt "Frauen bei Saramago" ist eine Initiative im Rahmen der Hundertjahrfeier von José Saramago, in einer Partnerschaft zwischen der José Saramago Stiftung (Fundação José Saramago) und dem Portugiesischen Zentrum für Serigraphie (Centro Português de Serigrafia), die in das offizielle Programm der Hundertjahrfeier des Geburtstages von José Saramago integriert ist. Es handelt sich um eine Sonderausgabe mit bisher unveröffentlichten Serigraphien und Stichen portugiesischer Künstler, begleitet von ebenfalls bisher unveröffentlichten Texten portugiesischsprachiger Autoren, in limitierter Auflage.

    Jedes Künstler- und Autorenduo entspricht einer weiblichen Figur aus dem Saramago-Universum, die laut Fernando Gómez Aguilera als "brillante Verkörperung des Besten der menschlichen Natur" verstanden werden kann. Von den unzähligen Figuren, die José Saramago geschaffen hat, konzentrierte sich die Auswahl auf Blimunda, Joana Carda, Gracinda Mau-Tempo, Maria Sara, den Tod und die Frau des Arztes. Über die Lektüre des Textes und den bloßen Sinn seiner Illustration hinaus werden sich aus diesen neuen Blicken auf diese " Frauen bei Saramago " andere Wege, Interpretationen und Darstellungen eröffnen. Eingeladen wurden in einer bunten Mischung aus Generationen, Sensibilitäten und künstlerischen Bereichen die folgenden Persönlichkeiten:

    José de Guimarães [Guimarães, 1939] und Lídia Jorge [Loulé, 1946] — Blimunda

    Miguel Januário [Porto, 1981] und Dulce Maria Cardoso [Fonte Longa, 1964] — Gracinda Mau-Tempo

    Graça Morais [Freixiel, 1948] und Ana Luísa Amaral [Lisboa, 1956] — Joana Carda

    Ana Romãozinho [Lisboa, 1996] und Adriana Lisboa [Rio de Janeiro, Brasil, 1970] — Maria Sara

    Manuel João Vieira [Lisboa, 1962] und Djamilia Pereira de Almeida [Luanda, Angola, 1982] — der Tod

    Joana Villaverde [Lisboa, 1970] und Ana Margarida Carvalho [Lisboa, 1969] — Frau des Arztes
    19h
    Heldinnen der portugiesischen Literatur
    José Luís Peixoto, Dulce Maria Cardoso
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    Moderation: Holger Heimann

    In der portugiesischsprachigen Prosa gibt es ganz entscheidende Frauenfiguren, und in einigen Fällen hat man den Eindruck, dass das Werk in erster Linie geschrieben wurde, um ihre entscheidende Rolle bei der Lösung verwickelter Situationen hervorzuheben, Situationen, die symbolisieren, wie widrig das Leben eines jeden Menschen sein kann.

    Im Mittelpunkt dieses Gesprächs stehen die Frauen, die mit Mut, Tapferkeit und Wissen die Geschichte unter den komplexen Umständen des Werkes, dessen Protagonistinnen sie sind, zum bestmöglichen Ergebnis führen.

    Warum Heldinnen und nicht Helden ausgewählt werden und wie sich die Handlung entwickeln würde, wenn letztere - und nicht erstere - das Kommando über die Ereignisse erhielten, sind einige der Themen, die wir zur Diskussion vorschlagen.
    20H
    Unruhe
    Gonçalo M. Tavares, Djaimilia Pereira de Almeida
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    Moderation: Michael Kegler

    Unruhe kann eine mächtige kreative Kraft sein, die den Konformismus oder das Akzeptieren der Realität, so wie sie ist, verhindert und stattdessen die unaufhörliche Suche nach dem Neuen, dem Anderen und dem Unerwarteten fordert. Manchmal - oder fast immer - entspringt dieser Anfang einem inneren Konflikt, in dem Gefühle, Visionen und Ideen miteinander konfrontiert werden, und bildet die Grundlage für die originellsten und aussagekräftigsten Werke, die den Leser in überraschende Welten oder Reflexionen entführen.

    Wir wollen von den Autoren erfahren, welche Rolle die Unruhe in der literarischen Arbeit - ihrer eigenen und der anderer - spielt und ob es letztlich möglich ist, in Zuständen völliger Stille und Ruhe zu nahezu perfekter schriftstellerischer Arbeit zu gelangen.
    21H
    Europa und der Populismus
    Irene Pimentel, Christa Heinrich
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    Moderation: Elena Witzeck

    Gespräch und Lesung über Europa und der Populismus mit Irene Pimentel und Christa Heinrich, den Autorinnen des Buches „Zuflucht am Rande Europas - Lissabon 1933-1945“
    Centenário de José Saramago
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    FREItag, 18/03
    Schaubühne Lindenfels
    17h
    "Hommage an Sophia de Mello Breyner"
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    18h
    Unerwartete Reisen
    Tatiana Salem Levy, Paulo Moura
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    Moderation: Markus Sahr

    Wie reale oder imaginäre Abenteuer ein Werk bereichern, wird hier zur Diskussion gestellt. Wir haben es nicht unbedingt mit Reiseliteratur zu tun, sondern mit unerwarteten Reisen, mit unerwarteten Geschichten.
    19h
    Das Fantastische, das Unerwartete, die Entzauberung
    Djaimilia Pereira de Almeida, José Luís Peixoto
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    Moderation: Sabine Kieselbach

    Den schmalen Grat zwischen Fantasie und Realität, den der Roman oder das Drama uns fast unbemerkt überschreiten lässt, wollen wir in diesem Gespräch thematisieren.

    Wir schlagen den Autoren vor, uns durch ihr Werk zu führen und uns zu erzählen, wie sie mit dem Unerwarteten umgehen, wie ihre Figuren - sich selbst - der Ernüchterung begegnen und welche Grenze zwischen dem Fantastischen und dem Realen noch zu beschreiben ist, in einer Welt, in der die Fantasie jeden Tag weiter hinter der Realität zurückbleibt.
    20h
    Niemerlang Poesienacht
    Luís Quintais, Margarida Vale de Gato
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    Moderation: Moritz Schlenstedt

    An einem Abend, der dem Gastland gewidmet ist, werden die portugiesischen Dichter Margarida Vale de Gato und Luís Quintais vorgestellt, die in einer weiteren Ausgabe der Lesereihe Niemerlang ihre Gedichte lesen.
    21h
    Das lusophone Afrika in der portugiesischen Literatur, Portugal in der afrikanischen Literatur
    Dulce Maria Cardoso, Yara Monteiro
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    Moderation: Dirk Fuhrig

    Ein über viele Jahrhunderte andauernder gemeinsamer Weg hat Verflechtungen hervorgebracht, die auch in der Literatur ihren Widerhall finden. Es gibt zahllose Werke lusophoner afrikanischer Autoren, die Portugal in all seinen Facetten porträtieren, ebenso wie es in der Literatur der Portugiesen zahllose Bezüge zu Afrika gibt.

    Wir schlagen ein Gespräch vor, in der diese Überschneidungen in all ihren Dimensionen - politisch, sozial, historisch, kulturell - untersucht werden, wobei die unvermeidlichen Zusammenstöße, die in vielen Fällen alles andere als friedlich verliefen, und die Wiederbegegnungen, die schließlich stattfanden, im Mittelpunkt stehen, beides ein hervorragendes Ausgangsmaterial für Poesie, Belletristik oder Essays.
    Homenagem a Sophia de Mello Breyner
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Am Sonntag, den 20.03., um 18 Uhr, findet in der Schaubühne Lindenfels das Konzert "A Estranha Beleza da Vida"
von Rodrigo Leão statt: https://www.schaubuehne.com/spielplan/rodrigo-leao-a-estranha-beleza-da-vida
Abdulai Sila
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Abdulai Sila wurde in Catió, einer Kleinstadt im Süden von Guinea-Bissau, geboren. Er lebt derzeit in der Hauptstadt Bissau und verbindet Informations- und Kommunikationstechnologie mit Schreiben. Sila war an vorderster Front dabei, um neu aufkommende Technologien zu nutzen, um die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in seinem Heimatland zu beschleunigen. Er ist Mitbegründer von Eguitel Communications (dem ersten im Land gegründeten Internetanbieter), SITEC (Sila Technologies) und INEP (Nationales Forschungsinstitut).

Sila ist Autor von vier Romanen: „Eterna Paixão“,
„A Última Tragédia“, „Mistida“ und „Memórias Somanticas“ und schrieb zwei Theaterstücke:
„As Orações de Mansata“ und „Dois Tiros e Uma Gargalhada“. Daneben hat Kurzgeschichten und mehrere wissenschaftliche Artikel über Energie, Telekommunikation, angewandte Technologie und Bildung verfasst. Er war Präsident der Guinea-Bissau-Schriftstellerverbände und regionaler Botschafter der Technischen Universität Dresden. Er wurde mit mehreren Auszeichnungen geehrt, unter anderem mit dem Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres der französischen Regierung im Jahr 2013.
Afonso
Reis Cabral
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© Marta d'Orey
Afonso Reis Amaral wurde 1990 geboren und veröffentlichte seinen ersten Gedichtband im Alter von 15 Jahren. Für seinen zweiten Roman „Pão de Açúcar“ (2018) über die wahre Geschichte der Ermordung eines Transsexuellen erhielt er 2019 den José-Saramago-Literaturpreis. Mit 24 Jahren hatte Afonso Reis Cabral bereits den Roman „O Meu Irmão“ (Mein Bruder) veröffentlicht und damit den Leya-Preis 2014 erhalten. Von April bis Mai letzten Jahres wanderte er entlang der Nationalstraße 2 durch Portugal, ein Abenteuer, über das er in seinem Buch „Leva-me Contigo“ (2019) berichtete. In seiner Freizeit widmet sich Ur-Ur-Enkel des portugiesischen Schriftstellers Eça de Queirós‘ der Ornithologie, dem Tauchen und dem Boxen.
Ana Paula
Tavares
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Ana Paula Tavares (* 1952 in Lubango im Südwesten Angolas) ging nach Abschluss der Schule in die Landeshauptstadt, studierte Geschichtswissenschaft an der Universität von Luanda und arbeitete dort ab 1973 als Geschichtslehrerin. Angola wurde 1975 unabhängig von Portugal und stürzte danach in einen fast dreißigjährigen Bürgerkrieg. Zum Ende der siebziger Jahre siedelte Tavares nach Lissabon über, wo sie zugleich lusoafrikanische Literatur studierte und in Afrikanischer Geschichte promovierte. Die Historikerin gehörte von 1983 bis 1985 zum angolanischen Rat für Geschichtsforschung und von 1988 bis 1990 zur Jury des Nationalen Literaturpreises in Luanda.

Ana Paula Tavares veröffentlichte ihre ersten Gedichte nach der Unabhängigkeit Angolas und zählt wie Conceição Lima aus São Tomé und Príncipe zur postkolonialen Generation lusoafrikanischer Lyrikerinnen. Ihre Gedichte wurden ins Französische, Schwedische und Spanische übersetzt. Sie nahm an zahlreichen internationalen Poesiefestivals teil. 2004 las sie auf dem nächtlichen Potsdamer Platz beim Weltklang in Berlin. Heute lebt sie in São João do Estoril und lehrt an der Universidade Católica von Lissabon.
Cristina
Carvalho
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Cristina Carvalho wurde am 10. November 1949 geboren. In der Ausübung ihres Berufs kam sie mit Tausenden von Menschen in Kontakt und besuchte unzählige Länder. Schweden und der Westen Portugals aber sind die Regionen, die sie am meisten liebt und die ihre Persönlichkeit als vergängliches menschliches Wesen weiblichen Geschlechts, Bewohnerin des Planeten Erde und, zufällig, Schriftstellerin am nachhaltigsten beeinflusst haben.

Unter ihren Veröffentlichungen sind zu nennen: Até já não é adeus (wörtlich: Bis gleich ist nicht Adieu), Momentos misericordiosos (Barmherzige Augenblicke), Ana de Londres (Ana aus London), Estranhos casos de amor (Seltsame Fälle von Liebe), O gato de Uppsala (Der Kater aus Uppsala) und Nocturno – O romance de Chopin (Nocturne – Chopins Roman). 2011 veröffentlichte der Verlag Sextante auch ihr poetisches Kinderbuch Lusco-fusco (Dämmerung) über die „Geisterwelt“ in der Natur. Ihr Roman O Olhar e a Alma (Der Blick und die Seele) gewann 2016 den Preis der portugiesischen Autoren für das beste Buch erzählender Fiktion.

Sextante Editora
Dulce Maria
Cardoso
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© Miguel Baltazar
Dulce Maria Cardoso ist 1964 in Trás-os-Montes geboren. Sie ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Portugals. Sie verbrachte ihre Kindheit in Angola und kehrte 1975 nach Portugal zurück, kurz nach der Nelkenrevolution und der Unabhängigkeit Angolas. Sie studierte Jura, arbeitete als Rechtsanwältin und schrieb Drehbücher fürs Kino. Die Autorin hat zahlreiche Preise für ihr literarisches Werk erhalten, wie zum Beispiel den Literaturpreis der Europäischen Union 2009 für Os Meus Sentimentos sowie den Portugiesischen PEN-Preis 2011 für O Chão dos Pardais.

Ihr Roman O Retorno wurde in Portugal mit dem Sonderpreis der Kritik 2011 ausgezeichnet und zum Buch des Jahres 2011 auserwählt. Ebenso wurde der Roman auf Platz 4 unter den 10 Lieblingsbüchern der französischen Finanzzeitung Les Échos 2014 gewählt.

2017 war Dulce Maria Cardoso Teil der portugiesischen Schriftstellerdelegation und Gast bei der Leipziger Buchmesse.
Germano
Almeida
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Er ist der größte Name in der kapverdischen Literatur und wurde 2018 mit dem Prémio Camões, dem wichtigsten Literaturpreis der portugiesischen Sprache ausgezeichnet. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1989, „O Testamento do Sr. Napumoceno da Silva Araújo“, ein satirisches Werk über die kapverdische Gesellschaft, das später für das Kino adaptiert wurde. Der Roman wurde 1997 ins Deutsche übersetzt und erschien beim Fischer-Taschenbuch-Verlag. Germano Almeida lebt auf der Insel S. Vicente, wo er seit 1979 neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller auch den Beruf des Rechtsanwalts ausübt.
Hélia
Correia
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© Graça Sarsfield
Hélia Correia ist 1949 in Lissabon geboren und eine der bedeutendsten Gegenwartsschriftstellerinnen Portugals. An der Universidade de Lisboa studiert sie Romanistik und Dramaturgie, ihre Liebe gilt auch dem Theater. Sie beginnt ihre schriftstellerische Tätigkeit mit Lyrik; den eigenen Worten folgend, fällt ihr das Gedichteschreiben am leichtesten. Sie hat ein vielfältiges Werk verfasst, das von Romanen, über Dramen, Kinder- und Jugendliteratur bis zu Gedichten reicht, wobei sie vor allem für ihre Romane bekannt wurde.

Einer breiten Öffentlichkeit wird sie 1981 mit der Veröffentlichung des Romans O Separar das Águas bekannt. Ein Jahr später folgt O Número dos Vivos, und im Jahr 2000 wird der Roman A Casa Eterna mit dem Máxima Award für Literatur ausgezeichnet. Lillias Fraser wird mit dem Pen Club Fiction Award und dem D. Dinis Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2015 erhält sie die höchste Auszeichnung für einen Autor der portugiesischen Sprache, den Prémio Camões.

2016 war sie Teil der portugiesischen Schriftstellerdelegation und Gast bei der Leipziger Buchmesse. Aus dieser Präsenz ergab sich ihr erstes, ins Deutsche übersetzte Buch: Zwanzig Stufen und andere Erzählungen, erschienen beim Leipziger Literaturverlag.
Isabela
Figueiredo
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© Ruben Canhão Ribeiro
Isabela Figueiredo ist 1963 in Lourenço Marques, dem heutigen Maputo, geboren. Sie hat Portugiesische Studien an der Universidade Nova de Lisboa abgeschlossen, und Soziologie der Religionen sowie Genderfragen studiert. In den 80er Jahren arbeitete sie als Reporterin für die Tageszeitung Diário de Notícias, die in ihrer Beilage DN Jovem auch ihre ersten Schriften veröffentlichte. Im Jahr 1988 wurde ihre Erzählung É Como Quem Diz mit dem Preis der Mostra Portuguesa de Artes e Ideias ausgezeichnet. Unzufrieden mit dem, was in Portugal über den Kolonialismus geschrieben wurde, teilt die Schriftstellerin und Bloggerin ihre kolonialen Erinnerungen im Caderno de Memórias Coloniais (2009).

2016 debütiert sie als Romanautorin mit dem gefeierten Roman A Gorda, mit dem sie ein Jahr später den Literaturpreis Urbano Tavares Rodrigues gewinnt.

2018 war Isabela Figueiredo Teil der portugiesischen Schriftstellerdelegation und Gast bei der Leipziger Buchmesse. Später in diesem Jahr war sie ein Monat in Berlin als literarische Residenzstipendiatin des Camões Berlim.
Judite Canha
Fernandes
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© Laura Roque
Judite Canha Fernandes wurde in Funchal geboren, zog 1980 nach Ponta Delgada und wohnt zurzeit in Lissabon. Sie hat einen Studienabschluss in Gewässerkunde, absolvierte ein postgraduales Studium in Bibliotheks- und Archivwissenschaften und promovierte im Bereich Informationswissenschaften. An der Universität der Azoren war sie Gastdozentin, außerdem wurde sie als Leiterin internationaler Projekte von der Europäischen Kommission ausgezeichnet.

Als Schriftstellerin und Theaterautorin gelangte sie 2018 mit ihrem 2017 erschienen Lyrikband O mais difícil do capitalismo é encontrar o sítio onde pôr as bombas (Das schwierigste am Kapitalismus ist es, den Ort zu finden, wo man die Bomben deponiert) in die Endauswahl des Oceanos-Preises. Für den Roman Um passo para sul (Ein Schritt nach Süden) erhielt sie den Agustina Bessa-Luís-Preis. Sie wurde an verschiedene Orte zu Vorträgen eingeladen und hat in brasilianischen, italienischen, spanischen und portugiesischen Zeitschriften veröffentlicht. Ihre Theaterstücke wurden u.a. im Konzerthaus Casa da Música, im Kulturzentrum Fábrica das Artes- Centro Cultural de Belém und in der Theatergruppe A Comuna auf die Bühne gebracht.

2021 erhielt sie von der portugiesischen Botschaft in Deutschland ein Residenzstipendium in Berlin.
Lídia Jorge
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© Ignacio Ludgero
Lídia Jorge debütierte 1980 mit der Veröffentlichung von „Der Tag der Wunder“ („O Dia dos Prodígios“), einem der emblematischsten Bücher der postrevolutionären portugiesischen Literatur. Seitdem hat sie mehrere Titel in den Genres Roman, Kurzgeschichte, Essay und Theater veröffentlicht. 1988 brachte ihr das Werk „Die Küste des Raunens“ („A Costa dos Murmúrios“) internationale Anerkennung, es wurde später von Margarida Cardoso für das Kino adaptiert. Unter vielen anderen sind Titel wie „Die Decke des Soldaten“ („O Vale da Paixão”), „Milene“ („O Vento Assobiando nas Gruas“), „Combateremos a Sombra“ oder „Os Memoráveis” erwähnenswert. Letzterer gilt als kraftvolle Metapher für die post-revolutionären Entwicklungen in Portugal und den schwierigen Weg zur Demokratie.

Ihre Bücher wurden mit den wichtigsten nationalen Preisen ausgezeichnet, einige davon für das Gesamtwerk, wie z.B. dem Prémio da Latinidade, dem Großen Preis der Portugiesischen Autorengesellschaft oder in jüngerer Zeit mit dem Vergílio-Ferreira-Preis 2015. Im Ausland gewann Lídia Jorge unter anderem 2006 die erste Ausgabe des prestigeträchtigen ALBATROS-Preises der Günter-Grass-Stiftung und 2015 den Großen Portugiesisch-Spanischen Kulturpreis.

Sieben Werke der Autorin sind im Suhrkamp-Verlag in deutscher Sprache erschienen.

D. Quixote, Leya
Margarida
Vale de Gato
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© Vitorino Coragem
Margarida Vale de Gato ist 1973 in Vendas Novas geboren. Sie lehrt Amerikanistik und Literarische Übersetzung an der Philosophischen Fakultät der Universidade de Lisboa.

Als literarische Übersetzerin hat sie verschiedene zum literarischen Kanon gehörende Texte aus dem Englischen und dem Französischen ins Portugiesische übertragen, von Autoren wie Henri Michaux, Nathalie Sarraute, René Char, Edgar Allan Poe, Herman Melville, Charles Dickens, Alice Munro, etc. Zu ihren akademischen Publikationen zählen die Koedition der Anthologie Natural in Verso (Mariposa Azual, 2015), die Koedition des Bandes Translated Poe (Rowman and Littlefield, 2014) und der Katalog Edgar Allan Poe em Portugal (BNP, 2009). Sie ist Autorin der Lyrikbände Mulher ao Mar (Mariposa Azual, 2010, 2013) und Lançamento (Douda Correria, 2016).

2017 war Margarida Vale de Gato Teil der portugiesischen Schriftstellerdelegation und Gast bei der Leipziger Buchmesse.
Mia Couto
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© Alfredo Cunha
Mia Couto ist 1955 in Beira, Mosambik geboren und gehört zu den prominentesten Schriftstellern im portugiesischsprachigen Afrika. Er wurde mit zahlreichen bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter 1999 dem Prémio Vergílio Ferreira und im Jahre 2007 dem Prémio União Latina de Literaturas Românicas für sein Gesamtwerk. Im Jahr 2013 erhielt Mia Couto den Camões-Literaturpreis und 2014 wurde ihm der renommierte Neustadt International Prize for Literature verliehen. Seine Bücher wurden in über 30 Ländern veröffentlicht; fünf seiner Werke wurden ins Deutsche übersetzt.

2017 war Mia Couto Teil der portugiesischen Schriftstellerdelegation und Gast bei der Leipziger Buchmesse. Im April des folgenden Jahres führte eine Lesereise den Autor in fünf verschiedene deutsche Städte.
Ondjaki
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© Michael Hughes
Ondjaki wurde 1977 in Luanda geboren. Er ist Literat, manchmal auch Dichter. Er war Co-Regisseur einer Dokumentation über die Stadt Luanda (Oxalá Cresçam Pitangas – Histórias de Luanda) und ist Mitglied des angolanischen Schriftstellerverbands, Ehrenmitglied des ungarischen Dichterverbands und Mitbegründer der Schutzvereinigung der Anonymität der Gambuzinos. Er wurde bereits ins Französische, Spanische, Italienische, Deutsche, Englische, Serbische, Schwedische und Chinesische übersetzt.

Ondjaki hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten: Dazu gehören der Prémio Literário Sagrada Esperança 2004 (Angola), der António-Paulouro-Literaturpreis 2004, mit „E Se Amanhã O Medo“ (Erzählungen); Großer Preis für Erzählungen „Camilo Castelo Branco“ des Stadtrates von Vila Nova de Famalicão/Portugiesischen Schriftstellerverbandes mit dem Titel „Os Da Minha Rua“; “; 2008 den Grinzane for Africa Prize – Young Writer für das Gesamtwerk; der Prémio FNLIJ Brasil 2010 und, ebenfalls 2010, der brasilianischen JABUTI-Preis in der Kategorie Jugendliteratur mit dem Roman „AvóDezanove e o Segredo do Soviético“; 2012 den Bissaya Barreto Preis für Kinderliteratur mit „A Bicicleta que Tinha Bigodes“. Im Jahr 2013 wurde er für „Os Transparentes“ mit dem José-Saramago-Preis ausgezeichnet.

Caminho, Leya
Paulo Moura
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© Booktailors Bookoffice
Der Journalist und Schriftsteller studierte Geschichte und Journalismus. 23 Jahre lang war er als Auslandskorrespondent in New York und Redakteur der Zeitschrift Pública für die Tageszeitung Público tätig. Er berichtete u.a. über die Konflikte im Kosovo, in Afghanistan, im Irak, in Tschechien, Algerien, Angola, im Kaschmir, in Mauretanien, Israel, Haiti, in der Türkei, in China, im Sudan, in Ägypten oder in Libyen.

Für seine journalistische Tätigkeit erhielt er verschiedene Preise, darunter den Gazeta-Preis, sowie Preise von der Assistência Médica Internacional (Internationale Medizinische Nothilfe – AMI), dem Alto Comissariado para a Imigração e Diálogo Intercultural (Hochkommissariat für Immigration und Interkulturellen Dialog – ACIDI), dem Clube Português de Imprensa (Portugiesischer Presseclub), und der Fundação Luso-Americana para o Desenvolvimento (Luso-amerikanische Entwicklungsstiftung – FLAD).

2017 erhielt er für das Buch Extremo ocidental: uma viagem de moto pela Costa Portuguesa, de Caminha a Monte Gordo (Äußerster Westen: eine Motorradreise entlang der portugiesischen Küste, von Caminha bis Monte Gordo) den Großen Preis für Reiseliteratur Maria Ondina Braga.
Yara
Monteiro
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© Xrisovalantis Symeonides
Yara Monteiro wurde in Angola geboren, ihre Familie stammt von dort wie auch aus Portugal, wo sie aufgewachsen ist und heute lebt. Sie hat einen Studienabschluss in Humanressourcen, widmet sich derzeit aber ganz dem Schreiben und der bildenden Kunst. Sie hat Kurse in Drehbuchschreiben und Gegenwartskunst gemacht und in Hauptstädten verschiedener Länder gelebt, darunter Luanda, London, Kopenhagen, Rio de Janeiro und Athen.

Seit der Veröffentlichung ihres ersten Romans Essa Dama bate bué! (Diese Dame haut kräftig zu – 2018) wird sie als Repräsentantin ihrer Generation bezeichnet, in ihren Büchern behandelt sie Themen wie Identität, Négritude, soziale Ungleichheit, oder Gender. In Contos de Lisboa (Geschichten aus Lissabon) finden sich ihre unveröffentlichten Kurzgeschichten neben solchen von Djaimilia Pereira de Almeida, Kalaf Epalanga, Ondjaki und Telma Tvon.

Sie ist Co-Leiterin der Abteilung für Kultur, Kunst und Theater des INMUNE (Institut der Schwarzen Frau) und trat als Rednerin auf der von der UNL (Universidade Nova de Lisboa) im Rahmen des Programms „Europa für die Bürger“ organisierten Veranstaltung African-European Narratives 2018-2019 auf.
Afonso Cruz
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Geboren 1971 in Figueira da Foz, Afonso Cruz studierte u.a. an der Kunsthochschule Escola de Belas Artes in Lissabon und am Instituto Superior de Artes Plásticas auf Madeira. Nach dem Studium drehte 
er verschiedene Trick- und Werbefilme. Heute ist er nicht nur Schriftsteller, sondern auch Illustrator, Musiker und Filmemacher.

Seit 2008 veröffentlichte er circa dreißig Bücher – Romane, Theaterstücke, Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher sowie eine fiktive Enzyklopädie. Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet und in andere Sprachen übersetzt. Die wichtigsten Romane sind Os Livros que Devoraram o Meu Pai (2009), ausgezeichnet mit dem Prémio Literário Maria Rosa Colaço, A Boneca de Kokoschka (2010), für den er den Europäischen Literaturpreis erhielt, Jesus Cristo Bebia Cerveja (2012), den das Magazin Timeout zum besten Buch des Jahres wählte, und Para Onde Vão os Guarda-Chuvas (2013), prämiert mit dem Prémio Autores der Sociedade Portuguesa de Autores.

2019 war Afonso Cruz Teil der portugiesischen Schriftstellerdelegation und Gast bei der Leipziger Buchmesse. Im folgenden Jahr erhielt er das literarische Residenzstipendium des Camões Berlim.
Ana Luísa
Amaral
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© Casa Fernando Pessoa
Ana Luísa Amaral ist eine der großen Namen der Poesie in Portugal. Sie ist Autorin von mehr als zwanzig Gedichtbänden, Kinder- und Theaterbüchern, Romanen oder Essays und hat unter anderem Shakespeare und Emily Dickinson übersetzt. Ana Luísa Amaral hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Großen Preis für Poesie der APE, den Premio Internazionale Fondazione Roma, den PEN-Belletristik-Preis oder den Preis der Vereinigung der Literaturkritiker. Ihr Werk ist übersetzt und in zahlreichen Ländern veröffentlicht. Sie war Professorin für Komparatistik und Feministische Studien an der Universität Porto.
André Letria
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André Letria wurde 1973 in Lissabon geboren. Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist er als Illustrator tätig, außerdem ist er als Verleger in dem von ihm gegründeten Kinder- und Jugendbuchverlag Pato Lógico tätig. Er hat an der Fakultät für Bildende Künste der Universität Lissabon Malerei studiert und einen Fachkurs für Grafikdesign an der Berufsschule FLAG absolviert.

Letria arbeitete als Szenograf für Theater und Animationsfilm und war auf Ausstellungen wie der Bienale in Bratislava und Illustrations-Ausstellungen wie der Messe in Bologna, Sarmede oder der Ilustrarte präsent. Seine Arbeit wurde mehrfach in Portugal und in anderen Ländern ausgezeichnet.

Zu den Autoren, mit denen André Letria bereits zusammengearbeitet hat, gehören José Saramago, José Jorge Letria, Alice Vieira, Chico Buarque und Ricardo. Seine Werke wurden in mehreren Ländern ausgestellt, u.a. in Deutschland, China, Korea, den USA, England, Brasilien, Spanien, den Niederlanden, Türkei oder Italien. Er macht Illustrationen für die New York Times.
Djaimilia
Pereira de
Almeida
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Djaimilia Pereira de Almeida (geb. 1982) ist die Autorin von fünf Büchern: „Esse Cabelo“, „Ajudar a Cair“, „Luanda, Lisboa, Paraíso“, „Pintado com o Pé“ und „A Visão das Plantas“. Sie hat u.a. in ‚granta.com‘, im Blog des Verlages Companhia das Letras sowie in den Zeitschriften Granta Portugal, Serrote, Zum, Pessoa, Ler und Buala veröffentlicht. Sie schreibt für die Zeitschrift Quatro Cinco Um. Mit „Luanda, Lisboa, Paraíso“ gewann sie den Oceanos 2019 Preis.
Frederico
Pedreira
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© Sílvia Bancaleiro
Frederico Pedreira ist Autor von Lyrik, Belletristik und Essays und arbeitet als Übersetzer. Er hat einen Studienabschluss in Kommunikationswissenschaften an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Lissabon, wo er auch in Literaturtheorie promoviert hat. Seinen Masterabschluss hat er an der Royal Holloway, University of London, gemacht.

Pedreira hat in der Kulturredaktion einiger portugiesischer Zeitungen mitgearbeitet und den Preis INCM/Vasco Graça Moura im Bereich Essay gewonnen (2016). Außerdem war er 2021 mit seinem ersten Roman A lição do sonâmbulo (Die Lektion des Schlafwandlers) der portugiesische Gewinner des Literaturpreises der Europäischen Union und erhielt im gleichen Jahr für diesen Roman auch den Literaturpreis der Stiftung Eça de Queirós.

Er hat Lyrik von W. B. Yeats übersetzt, eine Essayanthologie von G. K. Chesterton, sowie Werke von Dickens, Oscar Wilde, Hardy und Banville.
Gonçalo
M. Tavares
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Gonçalo M. Tavares ist 1970 in Luanda geboren. Seit der Veröffentlichung seines ersten Buches wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und gilt als eine der großen Überraschungen der jüngeren portugiesischen Literatur. 2005 wurde ihm in Lissabon der José Saramago Preis für Junge Autoren unter 35 verliehen. In seiner Rede bei der Preisverleihung kommentierte José Saramago damals: “Die Versehrten ist ein großes Buch, und verdient wahrhaftig einen Platz unter den großen Werken der westlichen Literatur.”

Sein Roman Aprender e Rezar na Era da Técnica hat in Frankreich den renommierten „Prize of the Best Foreign Book 2010“ erhalten. Dieser Preis wurde bereits Autoren wie Gabriel García Márquez, Elias Canetti, John Updike, Mario Vargas Llosa und António Lobo Antunes verliehen. Der Roman stand außerdem auf der Shortlist der angesehenen französischen Literaturpreise „Femina Étranger“ und „Médicis“. Das Werk von Gonçalo M. Tavares wurde in 55 Ländern veröffentlicht und in über 30 Sprachen übersetzt.

2017 war Gonçalo M. Tavares Teil der portugiesischen Schriftstellerdelegation und Gast bei der Leipziger Buchmesse.
Irene
Pimentel
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Irene Flunser Pimentel promovierte in Institutionsgeschichte und Zeitpolitik an der Universidade Nova de Lisboa und ist Forscherin am Institut für Zeitgeschichte. Sie ist Autorin und Mitautorin von mehr als 20 Büchern über die portugiesische politische Polizei, die portugiesische Diktatur, die Frauenfrage, Juden in Portugal, Spionage, Portugal im Zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Sie hat mehrere Preise in Portugal gewonnen.
José Luís
Peixoto
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© Patrícia Santos Pinto
José Luís Peixoto (*1974) studierte Moderne Sprachen und Literaturen (Englisch und Deutsch) an der Universidade Nova de Lisboa. Er ist Autor von Romanen, Gedichten, Theaterstücken sowie von Reiseliteratur und Kolumnen. Für seine Werke erhielt der portugiesische Autor zahlreiche Auszeichnungen darunter den José-Saramago-Literaturpreis. Seine Romane wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Das Haus im Dunkel erschien 2015 auf Deutsch, 2017 folgte der Roman Friedhof der Klaviere.

2020 gehörte der Autor zur portugiesischen Schriftstellerdelegation, die am Leipziger Festival für Literatur, dem Literarischen Herbst teilgenommen hat.
Kalaf
Epalanga
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© Felipe Avila
Kalaf Epalanga, geboren 1978 in Benguela, Angola, ist ein bekannter, seit den 90er Jahren in Lissabon lebender Musiker und Schriftsteller. Als Musiker war er Mitbegründer der Plattenfirma „A Enchufada“, einer kreativen und dynamischen Plattform, die weltweit neue Musikstile aus Portugal verbreitet und außerdem die Gewinner-Band des MTV Europe Music Award, Buraka Som Sistema, gründete. Er ist Verfasser einer regelmäßigen Kolumne mit kurzen literarischen Chroniken für die angesehene portugiesische Tageszeitung Público.

Epalanga veröffentlichte die Bücher Estórias de amor para meninos de cor (2011), O Angolano que comprou Lisboa (por metade do preço) (2014) und Também os brancos sabem dançar (2018). 2017 war er zu Gast auf der Leipziger Buchmesse und im folgenden Jahr auf der Frankfurter Buchmesse.
Luís Quintais
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Luís Quintais (*1968) ist Dichter, Essayist und Professor für Anthropologie an der Universität Coimbra. Bislang hat er elf Gedichtbände veröffentlicht und zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Preis des portugiesischen PEN Clubs, den Preis der Luís-Miguel-Nava-Stiftung sowie den António-Ramos-Rosa-Preis. Fragmente, Aufzeichnungen und Archivfundstücke veröffentlicht Quintais auf seiner Webseite.
Maria Inês
Almeida
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Die ausgebildete Journalistin (Universidade Católica Portuguesa) ist zweifache Mutter und widmet sich in erster Linie der Kinder- und Jugendliteratur. Sie hat bereits über 55 Bücher veröffentlicht. 2005 erhielt sie den „Prémio Revelação“ des portugiesischen Journalistenclubs. Ihr Buch „Quando eu for… Grande“ (Wenn ich groß bin…), das bereits ins Spanische und Chinesische übersetzt wurde, sowie „Sabes onde é que os teus pais se conheceram?“ (Weißt Du wo Deine Eltern sich kennen gelernt haben?) gehörten zur Liste „100 Bücher für die Zukunft“, die 2012 auf der Internationalen Kinderbuchmesse in Bologna vorgestellt wurde. Zahlreiche Bücher von Maria Inês Almeida gehören zum Nationalen Leseplan für die Schulen in Portugal.
Miguel
Cardoso
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© Valério Romão
Miguel Cardoso lehrt, übersetzt und schreibt in Lissabon, wo er 1976 geboren ist. Er ist Mitglied des Kollektivs Unipop und Mitarbeiter der Zeitschrift Imprópria. Er veröffentlichte Gedichte, Essays und andere Texte in verschiedenen Anthologien und Periodika. Er übersetzte Letters against the firmament, des englischen Dichters Sean Bonney (Douda Correria, 2016), und veröffentlichte sechs Gedichtbände: Que se diga que vi como a faca corta (Mariposa Azual, 2010), Pleno Emprego (Douda Correria, 2013), Os engenhos necessários (&etc, 2014), Fruta Feia (Douda Correria, 2014), À barbárie seguem-se os estendais (&etc, 2015) e Víveres (Tinta-da-China, 2016).

2017 war Miguel Cardoso Teil der portugiesischen Schriftstellerdelegation und Gast bei der Leipziger Buchmesse. 2019 war er ein Monat in Berlin als literarischer Residenzstipendiat des Camões Berlim.
Patrícia
Portela
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© Thomas Langdon
Patrícia Portela, geboren 1974, ist Schriftstellerin und Performerin und lebt in Belgien und Portugal. Seit jeher entwickelt Patrícia Portela eine transdisziplinäre künstlerische Arbeit und war im Jahr 2015 Finalistin des Preises Sonae Media Arte. Sie ist bekannt für die Besonderheit ihres Werkes und bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet worden, darunter dem Prémio Madalena Azeredo de Perdigão/Fundação Calouste Gulbenkian für die Arbeit Flatland I oder dem Prémio Teatro na Década für Wasteband. Portela nahm 2013 am 46. International Writers Program in Iowa City teil und war die erste Outreach Fellow der Universität von Iowa City. Sie ist Autorin von Werken wie O Banquete (mit dem sie Finalistin des Grande Prémio Romance e Novela da APE 2013 war) oder A Colecção Privada de Acácio Nobre.

2016 war Patrícia Portela die erste Schriftstellerin, die mit einem Stipendium der Botschaft von Portugal/Camões Berlim ausgezeichnet wurde und als Residenzautorin in Berlin lebte. Während ihres Aufenthaltes vollendete sie Dias Úteis. Im selben Jahr nahm die Schriftstellerin an der Frankfurter Buchmesse teil, wo der Verleger Zeferino Coelho und der Übersetzer Michael Kegler gemeinsam ihre jüngste Arbeit vorstellten.
Rui Cardoso
Martins
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Rui Cardoso Martins wurde 1967 in Portalegre geboren. An der Universidade Nova de Lisboa studierte er Kommunikationswissenschaften und war bei der Gründung des Público im Jahr 1990 dort Journalist. Sein erster Roman E Se Eu Gostasse Muito de Morrer erschien 2006 bei D. Quixote und ist bereits ins Spanische, Englische und Ungarische übersetzt. Für die Veröffentlichung von Deixem Passar o Homem Invisível (2009) erhielt Rui Cardoso Martins den Großen Preis des portugiesischen Schriftstellerverbandes. Das 2012 erschienene Werk Se Fosse Fácil Era para os Outros wurde in Portugal mehrmals als Buch des Jahres nominiert. O Osso da Borboleta folgte 2014 und Levante-se o Réu ein Jahr später; für diese Sammlung von Gerichts-Kolumnen, die über einen Zeitraum von 17 Jahren in der Tageszeitung Público veröffentlicht wurden, erhielt er zweimal den Preis Gazeta de Jornalismo.

Weiterhin schrieb Rui Cardoso Martins das Drehbuch für einige Filme wie Em Câmara Lenta, Duas Mulheresund Zona J. Cardoso Martins ist Mitgründer der Agentur Produções Fictícias und somit an der Urheberschaft der Fernsehprogramme Contra-Informação, Herman Enciclopédia und Estado de Graça beteiligt.

2017 war er mit dem literarischen Residenzstipendium der Botschaft von Portugal/Camões Berlim in Berlin, wo er an dem Theaterstück Última Hora gearbeitet hat, das 2020 bei Tinta-da-china erschienen ist. 2018 war er Teil der portugiesischen Schriftstellerdelegation und Gast bei der Leipziger Buchmesse.
Tatiana
Salem Levy
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Tatiana Salem Levy Tatiana Salem Levy wurde 1979 in Portugal geboren. Ihre türkisch-jüdischen Großeltern emigrierten nach Brasilen, mussten aber während der Militärdiktatur nach Portugal fliehen. Aufgrund der Amnestie 1979 konnten sie zurückkehren. Salem Levy studierte Literaturwissenschaften in Rio de Janeiro, sie promovierte über Maurice Blanchot, Michel Foucault und Gilles Deleuze. Ihr Debütroman, „A Chave de Casa“, wurde zum Bestseller, in mehrere Sprachen übersetzt und vom Guardian zu einem der besten Bücher 2015 gekürt. Vista Chinesa ist ihr erster Roman in deutscher Übersetzung.
geehrte Autoren
Agustina Bessa-Luís
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Agustina Bessa-Luís wird am 15. Oktober 1922 in Vila Meã, Amarante, geboren. Sie verbrachte den größten Teil ihres Lebens in Porto. Im Jahr 1949 veröffentlichte sie ihr erstes Buch, einen Roman namens Mundo Fechado, der damals von einigen der wichtigsten portugiesischen Schriftsteller gelobt wird. Es folgten Contos Impopulares (1951-1953) und im Jahr 1954 der mit Preisen ausgezeichnete Roman A Sibila [Die Sibylle], der gemäß Eduardo Lourenço «das Zentrum der literarischen Aufmerksamkeit verrückte».
In schwindelerregendem Tempo veröffentlichte sie nun Werke aller Genres, einschließlich journalistischer Arbeiten, während sie zugleich in internationalen Organisationen wie dem Congress for Cultural Freedom (1959) und der Communità Europea degli Scritori (1961/62) Portugal repräsentierte. Sie besitzt die Laurea Honoris Causa der Università degli Studi di Roma Tor Vergata (2008).
Im Jahr 1989 wurde sie zudem von der französischen Regierung ausgezeichnet als Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres. Sie war Ehrenmitglied der Wissenschaftsakademie von Lissabon. Sie reiste und setzte ihre Worte fast in der ganzen Welt ein. U.a. wurden ihr folgende Preise zuerkannt: Prémio Ricardo Malheiros (A. C. L.) im Jahr 1966 und 1977, Prémio Adelaide Ristori (Italienisches Kulturinstitut Rom, 1975), der Preis für den besten Roman und die beste Erzählung des portugiesischen Schriftstellerverbands APE in den Jahren 1983 und 2001, Prémio Internacional União Latina 1997, Prémio Camões 2004 und der Literaturpreis des Festival Grinzane Cinema de Turim im Jahr 2005.
Am 3. Juni 2019 ist Agustina Bessa-Luís mit 96 Jahren verstorben. Die Romane A Sibila [Die Sibylle] und Fanny Owen [Fanny Owen] wurden von Georg Rudolf Lind und Lieselotte Kolanoske für Suhrkamp ins Deutsche übersetzt.
António Lobo Antunes
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António Lobo Antunes (* 1942, Lissabon) studierte Medizin, war während des Kolonialkrieges 27 Monate lang Militärarzt in Angola und arbeitete danach als Psychiater in einem Lissaboner Krankenhaus. Heute lebt er als Schriftsteller in seiner Heimatstadt. Lobo Antunes zählt zu den wichtigsten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. In seinem Werk, das mittlerweile mehr als zwanzig Titel umfasst und in vierzig Sprachen übersetzt worden ist, setzt er sich intensiv und kritisch mit der portugiesischen Gesellschaft auseinander. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den Großen Romanpreis des Portugiesischen Schriftstellerverbandes, den Jerusalem-Preis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft und den Camões-Preis.
Fernando Pessoa
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Fernando Pessoa (1888–1935), der bedeutendste moderne Dichter Portugals, ist in Deutschland mit dem Buch der Unruhe bekannt geworden. Einen Großteil seiner Jugend verbrachte er in Durban, Südafrika, bevor er 1905 nach Lissabon zurückkehrte, wo er als Handelskorrespondent arbeitete und sich nebenher dem Schreiben widmete. 1912 begann seine Tätigkeit als Literaturkritiker und Essayist. Er schuf nicht nur Gedichte und poetische Prosatexte verschiedenster, ja widersprüchlichster Art, sondern Verkörperungen der Gegenstände seines Denkens und Dichtens: seine Heteronyme, darunter Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Álvaro de Campos – und er schrieb eben auch als Pessoa, das im Portugiesischen so viel wie „Person, jemand“ bedeutet.
José Saramago
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José Saramago, der mehr als 40 Werke veröffentlicht hat, wurde 1922 im Dorf Azinhaga geboren. Maßgeblich für seine Ausbildung waren die in der Bibliothek des Galveias-Palasts in Lissabon verbrachten Abende. “Dort entwickelte und offenbarte sich meine Freude am Lesen, ohne Hilfe oder Ratschläge von außen, nur meine Neugier und der Wunsch zu lernen leiteten mich.”

1947 veröffentlichte er sein erstes Buch, das eigentlich den Titel Viúva (Witwe) trug, aus redaktionellen Gründen jedoch unter dem Titel Terra do Pecado (Land der Sünde) erschien. Sechs Jahre später beendete er den Roman Claraboia oder wo das Licht einfällt (1953), der erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde.

Ende der 1950iger Jahre war er im Verlag Editorial Estúdios Cor für die Produktion verantwortlich, und ab 1955 begann er, zusätzlich als literarischer Übersetzer tätig zu werden. Zum Schreiben kehrte er 1966 mit der Veröffentlichung von Os Poemas Possíveis (die möglichen Gedichte) zurück.

Ab 1971 schrieb er für die Tageszeitung Diário de Lisboa die Leitartikel, und im April 1975 wurde er zum stellvertretenden Direktor der Tageszeitung Diário de Notícias ernannt. Anfang 1976 verbrachte er einige Zeit in dem Dorf Lavre, um für sein Buchprojekt über Landarbeiter Material zu sammeln. So entstand der Roman Hoffnung im Alentejo, in dem er zu seinem epischen Erzählstil fand.

Bis 2010, dem Jahr, in dem er am 18. Juni auf Lanzarote starb, hat José Saramago mit Werken wie Das Memorial, Das Todesjahr des Ricardo Reis, Das Evangelium nach Jesus Christus, Die Stadt der Blinden, Alle Namen, Die Reise des Elefanten und Kain ein Werk geschaffen, das in der portugiesischen Literatur und weltweit seinesgleichen sucht. Seine Bücher liegen auf der ganzen Welt in Übersetzungen vor.

2007 wurde in Lissabon eine Stiftung gegründet, die seinen Namen trägt und sich für die Verbreitung der Literatur sowie für den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt einsetzt; als Orientierung dient ihr dabei die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Seit 2012 hat die Fundação José Saramago ihren Sitz in der Casa dos Bicos, in Lissabon.

José Saramago erhielt 1995 den Camões-Preis und 1998 den Nobelpreis für Literatur.
mário de Sá-Carneiro
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Mário de Sá-Carneiro wurde 1890 in Lissabon geboren. 1912 veröffentlichte er seinen ersten Erzählband. Im gleichen Jahr ging er nach Paris, um Jura zu studieren, gab das Studium jedoch bald wieder auf und kehrte nach Lissabon zurück. 1914 erschienen seine ersten Gedichte sowie sein Roman A confissão de Lúcio (dt. Titel Lúcios Bekenntnis, Suhrkamp, 1997). Gemeinsam mit Fernando Pessoa, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband, gründete er die Zeitschrift Orpheu, deren zwei einzige Nummern 1915 erscheinen und zu einem Fanal der Avantgarde und des portugiesischen Modernismo gerieten. 1916 beging Mário de Sá-Carneiro in Paris Selbstmord.
Sophia de Mello Breyner
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Sophia de Mello Breyner Andresen wurde am 6. November 1919 in eine aristokratische Familie aus Porto hinein geboren. Sie wuchs auf der Quinta do Campo Alegre auf, wo sich heute der botanische Garten der Stadt Porto findet. Dieser Ort diente als Inspiration für viele ihrer Texte. Sophia de Mello Breyner Andresen studierte klassische Philologie an der Universität Lissabon, schloss das Studium jedoch nicht ab. Sie heiratete den Journalisten, Rechtsanwalt und Politiker Francisco Sousa Tavares und brachte fünf Kinder auf die Welt, die ihr Motivation zum Schreiben von Kinderliteratur waren. Außerdem schrieb Sophia de Mello Breyner Andresen Poesie, Essays und Theaterstücke und widmete sich der Übersetzung von Shakespeare, Dante oder Claudel. Sie übertrug weiterhin die portugiesischen Dichter Camões, Cesário Verde, Mário de Sá-Carneiro und Fernando Pessoa ins Französische.
In der 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts beginnt Sophia de Mello Breyner sich durch die Mitarbeit in wichtigen Zeitschriften zur portugiesischen Poesie, wie zum Beispiel Cadernos de Poesia, Távola Redonda und Árvore in der literarischen Welt zu behaupten.
Sie engagierte sich in der Zivilgesellschaft, insbesondere in der Opposition zum Estado Novo. Sie unterstützte die Präsidentschaftskandidatur des Generals Humberto Delgado und war Teil der katholischen Bewegungen, die sich gegen das Salazar Regime und den Kolonialkrieg richteten. Sophia de Mello Breyner Andresen gründete die Nationale Kommission zur Unterstützung der Politischen Gefangenen und wurde deren Mitglied. 1975 wurde sie für die Sozialistische Partei in die verfassungsgebende Versammlung gewählt.
Das Werk von Sophia de Mello Breyner ist in mehrere Sprachen übersetzt und ihr wurden zahlreiche Literaturpreise verliehen: 1999 wurde sie als erste portugiesische Frau mit dem Camões-Preis ausgezeichnet; den Max Jacob Poesie-Preis erhielt sie im Jahr 2001 und den Königin-Sofia-Preis für Iberoamerikanische Poesie im Jahr 2003, der in diesem Jahr erstmalig an Portugal ging.
Sie starb am 2. Juli 2004 im Alter von 84 Jahren. Im Jahr 2014 erhielt sie die staatlichen Ehren und ihre sterblichen Überreste wurden in das Panteão Nacional überführt.

“In Amerika”, sagte Jonathan
GONÇALO M. TAVARES
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Der Portugiese Gonçalo M. Tavares, Jahrgang 1970, bekannt für sein Projekt O Bairro (Dt. Das Viertel), das er mit Autoren bevölkert, bricht 2016 mit seinem Begleiter, Jonathan, zu einer Entdeckungsreise der Gegenwart auf. Nach Amerika, in die USA. Mit im Gepäck, ein naiv gemaltes Porträt von Franz Kafka.

Jonathan und sein Scrivener durchqueren eine wie vor dem Abgrund stehende Kultur, die für Aphorismen wie geschaffen ist. „Wo trifft man in Amerika das 14. Jahrhundert?“ – „In Las Vegas.“ Keine erste, keine erschaffene Welt ist anzutreffen. Kafka passt nirgends ins Bild, lässt sich nicht in die Landkarte einfügen, die eine Wüste ohne geistigen Kompass zeigt.

Gonçalo M. Tavares, der Kafka nicht in sein Bairro einziehen lassen kann, bevor er in diesem Lunapark den Verschollenen findet, sprudelt Jonathans Erleuchtungen nur so hervor. Eine herrlich-gruselige Parabel auf das Land aller Verschollenen, das man am besten über Cape Canaveral verlässt.
Kupido Verlag
Übersetzung: Christiane Quandt, Frank Henseleit
Erscheinungsdatum: 05/2021
365 vorhergesagte Gedichte
Álvaro Seiça
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In 365 vorhergesagte Gedichte (Original: Previsão para 365 poemas) von Álvaro Seiça finden
die portugiesischen Gedichte, die den Corso eines ganzen Jahres beschreiten, ihre
tagesgenauen Entsprechungen in den deutschen Übertragungen von Mathias Traxler. Für die
Übersetzungsvorgänge dieses kalendarisch angelegten Buches wurde ein weiter Fächer an
Varianten und Übersetzungs-Methoden angewendet, deren Bestandteile auch
Missverständnisse, Vermutungen und eigene Weiterschreibungen sind. Aber wie ein
Wanderer, in Gebirgen und an Stränden gleichermassen unterwegs, einmal sagte: „Die
Stringenz jedes Weges erfordert ein Gleiches an Genauigkeit und Hingabe. So können wir den
Wind immer noch vielschichtiger erfassen.“
Parallel zum Buch erscheint auf Bandcamp eine Sammlung von Audioaufnahmen, welche eine
der Grundlagen für die Übersetzungen bildeten; sowie auch eine Reihe von Aufnahmen, die
den Übersetzungshergang dokumentieren: „www.traxlerseica.bandcamp.com“.
Parasitenpresse

Übersetzung: Mathias Traxler
Erscheinungsdatum: 02/2021
Aber wir lieben dich
Afonso Reis Cabral
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Eine Geschichte vom Rand der Gesellschaft: Afonso Reis Cabrals erschütterndes Porträt der
obdachlosen trans Frau Gisberta – ausgezeichnet mit dem Premio Saramago

Ein wahrer Fall, der ein ganzes Land erschütterte. „Wir lieben dich Gisberta“ – rufen ihr die
Freier und die Zuschauer der Show zu, bei der die trans Frau als Marylin Monroe posiert. Als
sie später in einer Bauruine in Porto haust, kümmert das niemanden mehr. Rafa, der sie als
Erster dort entdeckt, ist stolz auf sein ungewöhnliches Geheimnis. Es ist die Begegnung zweier
Menschen am Rande der Gesellschaft. Doch dann wird ihm klar, dass die hübsche Frau ein
„Mann mit Brüsten“ ist. Zerrissen zwischen Attraktion und Verachtung, Gruppenzwang und
Geltungsdrang, gleitet Rafa in eine Spirale des Bösen. Wer ist schließlich schuldig – die Jungen,
die Gesellschaft? Alfonso Reis Cabrals Roman entfaltet einen Sog, dem man sich nicht
entziehen kann.
Carl Hanser Verlag

Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 03/2021
Asche und Sand
Mia Couto
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Die junge Imani kümmert sich aufopfernd um ihren Geliebten Germano, der sich schwer
versehrt auf eine abgelegene Flussinsel gerettet hat. Währenddessen tobt der Krieg zwischen
der portugiesischen Krone und dem mosambikanischen Herrscher Ngungunyane immer
erbarmungsloser: Die schwer bewaffneten, aber entmutigten Portugiesen, die weder die
Sprache noch das Land verstehen, auf der einen Seite und das riesige Heer des Ngungunyane,
der selbst einen Krieg gegen das eigene Volk führt, auf der anderen. Schließlich fasst Imanis
Vater einen verzweifelten Entschluss: Er will Imani dem Herrscher zur Frau anbieten – damit
sie ihn tötet.

Sprachgewaltig lässt Mia Couto ein einschneidendes Kapitel der mosambikanischen Geschichte
und portugiesischen Kolonialzeit wiederauferstehen.
Unionsverlag

Übersetzung: Karin Schweder-Schreiner
Erscheinungsdatum: 03/2021
Beatriz und die Platane
Ilse Losa
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“Beatriz und die Platane” erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, Beatriz, die jeden
Tag vor ihrem Fenster eine riesige Platane mit dickem Stamm und üppiger Baumkrone sieht.
Dieser Baum ist ein Teil ihres Lebens, wie ein guter Freund.
Nun, eines Tages beschließen die Behörden die Platane zu fällen, denn der alte Baum passe
nicht zu dem modernen Stadtbild, an dem sie arbeiten. Beatriz‘ Entschlossenheit und
Beharrlichkeit, ihren alten Freund zu beschützen, bringen schließlich die Behörden dazu, ihren
Plan aufzugeben.
Oxalá Editora
Erscheinungsdatum: /2021
Bis die Steine leichter sind als Wasser
António Lobo Antunes
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Angola zurzeit des Kolonialkriegs. Ein afrikanischer Junge ist der einzige Überlebende, als sein
Dorf von portugiesischen Soldaten gebrandschatzt wird. Ausgerechnet der Mann, der seine
Eltern getötet hat, nimmt den Jungen mit nach Portugal zurück, doch er wird von der Familie in
Lissabon nie richtig akzeptiert. Und die Erinnerungen an den Krieg verfolgen sowohl den Vater
als auch mit den Jahren zunehmend den Adoptivsohn. Als im Heimatdorf des Vaters am Fuß
der Berge das alljährliche Schlachtfest stattfindet, kulminert dieses intensive, eindringliche
Sprachkunstwerk über die Grauen des Krieges.
Luchterhand

Übersetzung: Maralde Meyer-Minnemann
Erscheinungsdatum: 04/2021
Bis zum Horizont
Carolina Celas
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Was liegt eigentlich jenseits des Horizonts, der Grenze zwischen Himmel und Erde? Ausgehend
von dieser Frage lädt die portugiesische Illustratorin Carolina Celas mit ihrem Bilderbuch Bis
zum Horizont zu einer poetischen und inspirierenden Entdeckungsreise ein. Mit viel Humor
und Liebe zum Detail zeigt sie den Horizont mal als tatsächlich wahrnehmbare Grenzlinie, mit
deren Hilfe man sich verorten und orientieren kann, mal als unerreichbaren Fixpunkt, der sich
stetig verändert. Einer Linie folgend präsentiert Celas auf jeder Doppelseite Landschaften,
Gebäude und Räume aus unterschiedlichsten Perspektiven und verdeutlicht so, dass die
Wahrnehmung immer auch vom Blickwinkel abhängt.
Gestalten

Übersetzung: Claudia Stein
Erscheinungsdatum: 02/2020
Blaue Träume in jedem Winkel
Ondjaki
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Ondjaki nimmt uns in diesem gleichermaßen poetischen wie melancholischen
Kurzgeschichtenband mit auf Reisen in Städte auf der ganzen Welt. Wir erfahren von
chinesischen Schneidern in Macau, Prager Friedhöfen, einer merkwürdigen Hochzeit in
Santiago de Compostela und geheimnisvollen Begegnungen auf Flughäfen, in Bars oder
Jazzclubs. Identitäten verschwimmen im bläulichen Licht der Dämmerung zwischen Traum und
Wirklichkeit. Zwanzig Erzählungen, hier erstmals in einer zweisprachigen Ausgabe, die lange
nachklingen und die Magie des Reisens schimmern lassen.
TFM
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 2021
Das dritte Elend
Hélia Correia
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Hélia Correias Hinwendung zur Poesie ist ein Streifzug durch Menschheitserinnerungen. Dies
erklärt den Titel dieses Poems, das in dreiunddreißig Abschnitte unterteilt ist:
Das dritte Elend ist dieses von heute.
Das derer, die nicht mehr hören, nicht fragen,
Derer, die nicht erinnern.
In unserer Selbstvergessenheit spiegelt sich der gegenwärtige Sumpf, in dem Demokratien
versinken. Die Agora, der edle Raum der Polis, hat seine Bedeutung verloren, ist kein Maßstab
mehr für demokratische Ethik. Dieses Buch ist eine Hommage an Griechenland. Es greift „das
hellenische Thema“ auf, erkennt in der Zerstörung Griechenlands einen Schrei als Warnung vor
dem Schlimmsten, was das ökonomisch verwaltete Europa bewirken kann: den Verlust der
Souveränität und das Versagen der Demokratie. In kristalliner Sprache beschwört Correia die
Tiefe und Schönheit des griechischen Denkens, dieser mythischen Heimat Europas, wie Byron,
Hölderlin, Nietzsche und viele andere sie besungen haben.
Leipziger Literaturverlag

Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 2021
Das Land von Akendengué & Wenn Samt-Tamarinden auf dem Dach des Gipfels blühen
Conceição Lima
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Wie die Stille die Steine der Festung zernagt
so sickert das Geflüster durch die Wände
und verdichtet die Gesichtszüge.

EROSION
Edition Delta

Übersetzung: Juana Burghardt, Tobias Burghardt
Erscheinungsdatum: 2021
Der Kater aus Uppsala
Cristina Carvalho
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„Alle hier beschriebenenen Ereignisse haben sich vor vielen, vielen Jahren zugetragen, doch
alles könnte ebensogut in unseren Tagen geschehen sein, denn Elvis und Agnetta gibt es noch
immer…“ Mit diesen Worten des Katers beginnt der Roman. Nach dem Tod des
Schwiegervaters begeben sich Elvis und Agnetta auf den Weg, um ihren großen Traum zu
verwirklichen: bei der Jungfernfahrt der Vasa in Stockholm mit auf dem Schiff zu sein. Agnettas
geliebter Kater begleitet sie, von Elvis in einem Korb auf der Schulter getragen. Ganz Schweden
strömt in Stockholm zusammen. Doch Agnetta wird von bösen Ahnungen geplagt. Als plötzlich
der Kater verschwindet, ist auch Elvis bereit, auf die Fahrt mit der Vasa zu verzichten. Mitten in
der Zuschauermenge stehen sie am Ufer und sehen dem Aus-laufen des Schiffes zu. Ein
Windstoß läßt es vor ihren Augen in Schlagseite geraten und bald darauf sinken. Das Wunder
bleibt aus.
Leipziger Literaturverlag

Übersetzung: Markus Sahr
Erscheinungsdatum: 2021
Der treue Verstorbene
Germano Almeida
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Germano Almeida ist der bekannteste Autor der kapverdischen Inseln. In seinem 2018
erschienenen Roman »Der treue Verstorbene« präsentiert er uns einen satirischen Blick auf
seine Heimat, auf eine postkoloniale Gesellschaft, die sich inzwischen als moderne Demokratie
versteht, eine der wenigen in ganz Afrika. Auslöser der Geschichte ist die Ermordung des
berühmtesten Schriftstellers der Inseln, der unmittelbar vor der Präsentation seines lang
erwarteten neuen Buches von seinem besten Freund erschossen wird.
Was wie ein Krimi beginnt, nimmt jedoch bald einen weitaus spannenderen Weg. Almeida
entfaltet das durch den Mord ausgelöste opulente Geschehen, von der Aufbahrung des Toten
im Palast des Volkes bis zum Staatsbegräbnis mit Präsident, Premier und anderer Prominenz.
Gleichzeitig erzählt er von der Freundschaft der beiden Männer sowie in die Vorgeschichten
der anderen beteiligten Personen, besonders der zwischen ihnen, dem Toten und seinem
Mörder, stehenden Frau.
Mit leichter Hand und viel Freude am Erzählen schreibt Almeida über deren Leben auf den
Inseln, in Afrika oder in Lissabon und bietet so auch eine Geschichte der Kapverden.
Leserinnen und Leser dürfen sich auf eine schöne, erkenntnisreiche Entdeckung freuen.
Elfenbein

Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 2021
Der Zigeunerchristus
Sophia de Mello Breyner
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Dem »Zigeunerchristus« liegt die Legende von einem in Sevilla im 17. Jahrhundert lebenden,
schönen und geheimnisvollen Gitano, genannt »El Cachorro«, zugrunde. Er ist bekannt für sein
virtuoses Gitarrenspiel und seinen feurigen Flamenco-Gesang. Ein berühmter Holzschnitzer
erhält zu jener Zeit den Auftrag, eine Skulptur anzufertigen, die das Sterben Christi zum
Ausdruck bringen soll. Auf seiner zunächst erfolglosen Suche entdeckt er zufällig den von
Messerstichen durchbohrten »El Cachorro«, der mit dem Tod ringt. Nun hat er die ersehnte
Vorlage gefunden. Wer den Gitano getötet hat, bleibt allerdings im Verborgenen. Eine andere
Version der Legende, wonach der Künstler selbst zum Mörder geworden sei, findet Eingang in
den vorliegenden Gedichtzyklus von Sophia de Mello Breyner Andresen.
Elfenbein

Übersetzung: Sarita Brandt
Erscheinungsdatum: 2020
Die Dicke
Isabela Figueiredo
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Maria Luísa ist jung, intelligent, eigensinnig. Sie ist eine gute Schülerin und verfolgt auch später
konsequent ihren eigenen Weg. Doch sie ist dick. Hoffnungslos dick. Dieser Umstand
überlagert und beschädigt alles: ihre sozialen Kontakte, ihr Gefühlsleben (die komplizierte
Beziehung zu David, ihrer großen Liebe), ihren Wirklichkeitsbezug. Schon als Teenager leidet
sie darunter und muß in resigniertem Schweigen das Mobbing durch ihre Mitschüler ertragen.
Neben ihrer dominanten Freundin Tony – schlank, schön und von allen Jungs umschwärmt – ist
sie »das Monster«, »der Blauwal«. Im Studium lernt sie David kennen. Obwohl er ihren Körper
begehrt, schämt er sich vor seinen Freunden für ihr Aussehen und bittet sie, ihn nicht mehr zu
besuchen. Er beendet die Beziehung, doch kann sich Maria Luísa nicht vollends von ihm lösen.
Von den eigenen Eltern fühlt sie sich bedrängt und eingeschränkt, dennoch werden sie ihr
nach deren Tod fehlen. Als Erwachsene faßt Maria Luísa den Entschluß, ihren Magen operativ
verkleinern zu lassen.
Die Erzählerin dieses autobiographischen Romans geht durch die Räume der Wohnung, die sie
mit ihren Eltern nach deren Rückkehr aus Mosambik bewohnt hat; die einzelnen Zimmer
bilden die Kapitelüberschriften.
Weidle

Übersetzung: Marianne Gareis
Erscheinungsdatum: 02/2021
Die Flöte des Toten
José Viale Moutinho
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In diesem Buch sind Tote versammelt, bekannte und weniger be-kannte, die einmal nicht nur
lebten, sondern höchst lebendig waren, und die Viale Moutinho vor dem Vergessen gerettet
hat. Später ist der fröhliche Umgang mit Gevatter Tod natur-gemäß einer anderen Stimmung
gewichen, und auch der Ton ist rauer geworden. Alter und Krankheit haben Einzug gehalten.
Die Toten stammen nicht mehr (nur) aus dem Reich der Literatur, sondern immer häufiger aus
dem wirk-lichen Leben; immer schneller häufen sich die Abschiede, immer größer werden die
Lücken um uns herum. Auch in den Dörfern und Städten spürt der Dichter Verfall und Ende.
Ende einer Ära, deren Zeuge er/man war. Ver-schwin-den von Gebäuden und Landschaften.
Entfremdung zwi-schen den Generationen. Der verspielte Ton von einst weicht einer Lakonie
der Reife, die jetzt den „scharfen Pfiff“ moduliert. Und die in der nüch-ternen Betrachtung
allen Vergehens und Vergessen-Wer-dens eine außergewöhnliche lyrische Herausforderung
mei-stert.
Leipziger Literaturverlag

Übersetzung: Ilse Pollack
Erscheinungsdatum: 2021
Die letzte Tragödie
Abdulai Sila
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Ndani verlässt ihr Dorf, um einem Fluch des ansässigen Zauberers zu entkommen, und sucht
ein besseres Leben in der Hauptstadt. Sie findet Arbeit als Dienstmädchen in einer
portugiesischen Familie. In dieser „ganz anderen Welt“ wird sie mit der portugiesischen
Sprache vertraut sowie mit den portugiesischen Sitten und Gebräuchen. Sie lernt, dass weiße
Herren scheinbar in allem überlegen sind…
Die letzte Tragödie gewährt Einblicke in die Kolonialvergangenheit Afrikas am Beispiel von
Guinea-Bissau. Die Mentalität der Kolonisatoren wird mit den Denk-weisen und
Überzeugungen unterschiedlicher Vertreter der kolonialisierten Bevölkerung kontrastiert.
Nicht zuletzt verkörpert Ndani das tragische Schicksal vieler afrikanischer Frauen. Abdulai Sila
versteht es, die Konflikte zwischen den Kolonialherren und den Ein-heimischen lebendig
werden zu lassen.
Leipziger Literaturverlag

Übersetzung: Rosa Rodrigues
Erscheinungsdatum: 2021
Die Muschel von Kos
Sophia de Mello Breyner
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Vierzehn Gedichtbände sind von Sophia de Mello Breyner Andresen, einer der wichtigsten
Stimmen der portugiesischen Lyrik des 20. Jahrhunderts, zu Lebzeiten erschienen. Unsere
Edition vereint ihren zweiten und ihren letzten Lyrikband: »Dia do Mar« und »O Búzio de Cós«,
ergänzt durch fünf »Artes Poeticae«, in denen sie ihr Schaffen reflektiert.
Elfenbein

Übersetzung: Sarita Brandt
Erscheinungsdatum: 2020
Die nicht reklamierten Reste. Lyrisches Handbuch des Übersetzens
Margarida Vale de Gato
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„Übersetzen ist eine Form des langsamen Lesens, eine Art eifriges Schreiben auf
Durschlagpapier, ein Überschreiben des fremden Textes in einer eingebildeten Kommunikation
mit den Toten (…) Wir (…) sind die Metöken des antiken Athens: Wanderer ohne
Staatsbürgerschaft, Söldner, die handeln wie eifrige Staffelläufer. Wir berechnen nach Zeichen,
zählen die Leerzeichen,“ – schreibt die Dichterin und Übersetzerin Margarida Vale de Gato.
Muss die Übersetzerin sich komplett aufgeben? Trägt sie Verantwortung für das, was sie
schreibt? Geht Poesie in der Übersetzung wirklich verloren, und was wird beim Übersetzen
gewonnen? Augenzwinkernd verhandelt sie diese Fragen im posthumen Dialog mit den großen
Theoretikern und Praktikern der Übersetzung – Martin Luther, Walter Benjamin, Michail
Bachtin – und den Objekten ihres übersetzerischen Eifers – Marianne Moore, Emily Dickinson,
Ernest Hemingway. Und wird dabei selbst von Odile Kennel, ebenfalls Dichterin und
Übersetzerin, einfallsreich interpretiert.
Hochroth

Übersetzung: Odile Kennel
Erscheinungsdatum: 2021
Die reglose Nacht
Luís Quintais
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Luís Quintais, 1968 in Vila Luso in Angola zur Welt gekommen, ist Professor für Anthropologie
im schönen Coimbra – und ein Dichter, der für seine Gedichte mit vielen Preisen, zuletzt mit
dem angesehenen Preis der Inês-de-Castro-Stiftung, ausgezeichnet worden ist.
Wissenschaftler und Dichter, geht das? Ja, wenn man ein pensador lírico ist, ein Dichterdenker,
der bei seinen Forschungen in dem unübersichtlichen Gebiet zwischen den Kulturen jenes
lyrische Denken entwickelt, das ihm hilft, eine eigene Poetik zu erarbeiten. Sein neues Buch,
das zweite in deutscher Übersetzung, beginnt mit dem lapidaren Befund: Die Welt liegt im
Sterben.

Aus dem Nachwort von Michael Krüger.
Aphaia

Übersetzung: Mário Gomes
Erscheinungsdatum: 2021
Die Rückkehr
Dulce Maria Cardoso
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Rui, ein portugiesischer Jugendlicher, sitzt gemeinsam mit seiner Familie in einem Haus in
Luanda, der Hauptstadt von Angola, und wartet darauf, dass der Onkel kommt, um sie zum
Flughafen zu bringen. Alle anderen Häuser in der Umgebung stehen entweder leer oder sind
bereits von neuen, dunkelhäutigen Nachbarn besetzt worden.
Wir schreiben das Jahr 1975. Draußen sind Schüsse zu hören, der Onkel verspätet sich, und
dann taucht ein Jeep der Befreiungsarmee auf und die Dinge nehmen einen katastrophalen
Verlauf.
In ihrem Bestseller erzählt Dulce Maria Cardoso meisterhaft durch die Augen von Rui ihre
eigene Geschichte als Flüchtling aus den verlorenen Kolonien und die Ankunft in einem von der
Nelkenrevolution erschütterten Portugal. Sie zeigt uns gewöhnliche Menschen, deren Sicht auf
die Welt von ebenso radikalen wie unbewussten Vorurteilen geprägt ist, und sie tut es auf eine
sensible und äußerst eindringliche Weise.
Ein Buch wie ein Rausch, an dessen Ende man ein wenig erleichtert und zutiefst berührt ist.
Vor allem aber hat man eine historische Epoche erlebt, die in Deutschland kaum
wahrgenommen wurde.
Secession
Übersetzung: Steven Uhly
Erscheinungsdatum: 2021
Ein äußserst spitzes Duell
Luiza Neto Jorge
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„Ein äußerst spitzes Duell“ ist eine Auswahl aus dem Werk der portugiesischen Dichterin Luiza
Neto Jorge (1939–1989), von der bisher nur einige wenige Gedichte ins Deutsche übersetzt
wurden. Ihre Poetik, die dem Surrealismus nahestand, verweigerte sich gleichermaßen dem
patriarchalen Diskurs des Estado Novo-Regimes wie dem moralischen Duktus des Neo-
Realismus. Luiza Neto Jorge ist radikal, hermetisch, bisweilen sarkastisch. Ihre zentralen
Themen sind „der aufbegehrende Körper“, das Eros, andere Bilder von Weiblichkeit und das
Gedicht selbst. Die Lyrikerin und Übersetzerin Odile Kennel hat kongeniale Nachdichtungen
dieser herausfordernden Texte geschaffen. Der Band wurde von Christophe Carbenay
illustriert, sehr im Geiste der Dichterin, für die der Dialog zwischen der Poesie und der
bildenden Kunst sehr wichtig war.
Hochroth
Übersetzung: Odile Kennel
Erscheinungsdatum: 2021
Ein Dasein aus Papier
Al Berto
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Al Berto war der Popstar der portugiesischen Dichtung der späten siebziger und achtziger
Jahre. Von der »Akademie« argwöhnisch betrachtet, von seinen Fans in den Rang eines
Rimbaud erhoben, ist er bis heute einer der meistgelesenen Dichter Portugals. Die im
vorliegenden Band versammelten Gedichte sind von der typischen Fin-de-Siècle-Stimmung der
späten achtziger Jahre gekennzeichnet; Al Berto kombiniert seine dramatischen Bilder dabei
geradezu elegant mit Motiven des »Portugiesischen«: dem Meer, der Sehnsucht, dem Mythos,
der Melancholie. Trotzdem ist Al Bertos Lyrik unverschämt zeitlos – wie ihre permanente
Wiederentdeckung aus unterschiedlicher Perspektive beweist. Sie strahlt in ihrer zugleich
artifiziellen wie authentischen Dringlichkeit eine Tiefe aus, die als »Dasein aus Papier«
vielleicht geradezu ironisch betitelt ist.
Enthalten sind die Gedichtbände »Uma Existência de Papel« (1985), »O Livro dos Regressos«
(1989) und »Finita Melancolia« (1990).
Elfenbein
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 2021
Ein Falke in der Faust
Maria Gabriela Llansol
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Ein fast zwanzigjähriges Exil in Belgien geht für Maria Gabriela Llansol erst lange nach der
Nelkenrevolution in Portugal zu Ende. Was als Flucht vor dem Militär begann, als Flucht vor der
Einberufung zu den Kolonialkriegen in Afrika, als Wehrdienstverweigerung ihres Mannes,
Augusto Joaquim, dem sie nach Belgien folgte, wurde dort zu einer dauerhaften Suche nach
einem alternativen Leben und Schreiben. Zunächst in Löwen, im flämischen Brabant, dann in
Jodoigne, einer wallonischen Gemeinde, schließlich in einem Dorf in der Nähe Jodoignes, in
Herbais.
Das Tagebuch aus dem Exil, das im März 1979 mit einer Eintragung in Jodoigne beginnt und in
Herbais im September 1983, kurz vor der Rückkehr nach Lissabon im darauffolgenden Jahr,
endet, enthält sowohl die Arbeit an einem Lebensprojekt, die Entstehungsgeschichte von
„Lissabon-leipzig“, als auch Traumhaftes und Alltägliches: das Leben ohne Hierarchien mit
Pflanzen und Tieren in einer von Menschen dünn besiedelten Gegend. Llansols Faszination für
die „Rebellen“ Mitteleuropas, für Thomas Müntzer und die Wiedertäufer in Münster kommt
zur Sprache, ihre Vertrautheit mit mittelalterlicher Mystik wird spürbar, ihr Interesse an der
Johannes vom Kreuz und Ana de Peñalosa, ihre „Entdeckung“ der Beginen. Vor allem aber wird
der Entwurf zweier „Figuren“ miterlebbar, der dem Schreiben von „Lissabonleipzig“
vorausgeht: die Figur von Jo-hann Sebastian Bach und die Figur von Aossê, eine Umkehrung
des Namens von Fernando Pessoa (PESSOA – AOSSEP), um ihn von einem Klischeebild zu
befreien, das dem Dichter der Hetero-nyme bereits in den 1980er Jahren anhaftete.
Hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Bleiben in der selbstgewählten belgischen
Ein-öde und dem Wunsch nach Gemeinschaft, nach Rückkehr auch an den Atlantik, entsteht
Llansols Tagebuch „Ein Falke in der Faust“. Ein zuweilen aphoristisches Werk mit
frappierenden Ansichten zu Literatur und Leben.
Leipziger Literaturverlag
Übersetzung: Markus Sahr, Ilse Pollack
Erscheinungsdatum: 02/2021
Einstürzende Altbauten – Sechs Theaterstücke aus Portugal
Almeida Faria, João Santos Lopes, Tiago Rodrigues, Cecília Ferreira, Luísa Costa Gomes, Tiago Correia
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»Ruinen verbreiten Hoffnung. Sie inspirieren zu ganz neuen Rekonstruktionen.« Luísa Costa
Gomes
Die Nelkenrevolution und ihre Folgen, der Kolonialismus und seine Folgen, der Rassismus und
seine Folgen, das Erwachsenwerden und seine Folgen, die Einsamkeit und ihre Folgen, der
Tourismus und die Immobilienblase.
Sechs Theaterstücke, die für fast 50 Jahre Portugal seit dem 25. April 1974 stehen: Umkehrung
von Almeida Faria, Manchmal schneit es im April von João Santos Lopes, Traurig und glücklich
ist das Giraffenleben von Tiago Rodrigues, Die Begleiterin von Cecília Ferreira, Tag für Tag von
Luísa Costa Gomes und Turismo von Tiago Correia.
Herausgegeben und mit einem Vorwort von Henry Thorau. Mitarbeit Marina Spinu
Alexander Verlag
Erscheinungsdatum: 2021
Exemplarische Erzählungen
Sophia de Mello Breyner
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Eine Frau, die »wie ein Präzisionsinstrument« Menschen und Dinge nur für ihre persön-lichen
Ziele benutzt … ein Ehepaar, das sich auf eine Reise zu einem Landhaus begibt, die sich aber als
Irrweg ins Nichts erweist … ein Bischof, der, um eine Kirche restaurieren zu können, einen
dunklen Pakt mit »einem wichtigen Mann“ schließt … der Weg dreier großer Könige, die
plötzlich an ihrer Macht zweifeln und lieber einem neuen Stern folgen: Der Band »Contos
Exemplares« (1962) versammelt, erstmals in deutscher Übersetzung, sieben
Meistererzäh-lungen von Sophia de Mello Breyner Andresen. Sie verweisen auf bekannte
Persönlichkeiten zur Zeit des Salazar-Regimes, zeigen vor allem aber Grenzsituationen des
menschlichen Lebens auf, beispielhaft und zuweilen pikaresk — nach dem Vorbild der
»Exemplarischen Novellen« von Miguel de Cervantes.
Elfenbein
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 2021
Ferner Westen
Paulo Moura
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Ein Mann, ein Motorrad und 1000 Kilometer voller Begegnungen, Schicksale und Geschichten
Paulo Moura, der sonst als Kriegsberichterstatter ferne Länder bereist, hat sich auf den Weg
gemacht, die eigene Heimat zu erkunden: immer an der Küste entlang, von der Costa Verde bis
in den Südosten der Algarve. Im kleinen Dorf Afife stößt er auf ein verlassenes Tanztheater mit
einer erstaunlichen Entstehungsgeschichte, in Tamera auf eine Kolonie deutscher Aussteiger.
Er begleitet die Hafenarbeiter von Lissabon und die Fischer von Sesimbra bei ihrer harten
Arbeit und erzählt von den portugiesischen Literaten, die im 19. Jahrhundert den vornehmen
Badeort Figueira da Foz für sich entdeckten.
Indem Moura all diese Geschichten versammelt, zeichnet er ein stimmungsvolles und
nuanciertes Bild der Seele Portugals, denn das Wesen der wechselnden Landschaften, durch
die er reist, liegt in den Schicksalen der Menschen, die sie bewohnen.
Mare
Übersetzung: Kirsten Brandt
Erscheinungsdatum: 03/2022
Galveias
José Luís Peixoto
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In einer eisigen Januarnacht rast ein geheimnisvoller Himmelskörper aus dem Universum
zielsicher auf Galveias zu, schlägt mit ohrenbetäubendem Krach am Ortsrand ein und
verbreitet von da an einen widerlich beißenden Schwefelgestank, der über allem hängt und in
alles eindringt. Die Bewohner des portugiesischen Dorfes werden brutal aus dem Schlaf
gerissen, in Angst und Schrecken versetzt. Ohne eine Erklärung für dieses »Ding ohne Namen«
zu finden, klagen sie fortan über dieses bittere Ungemach, nehmen es jedoch stoisch hin.
Peixotos Milieuschilderung erzählt vom Zerwürfnis zwischen zwei Brüdern wegen eines
Stückchens Land, der Ältere beseelt von romantischen Gefühlen für seine um viele Jahre
jüngere Haushälterin, Mutter des Jungen, der irrtümlich die Prostituierte Isabella tötet, erzählt
von halsbrecherischen Rennen mopedbesessener Jugendlicher, mit zum Teil tragischen
Konsequenzen, oder von einem Pfarrer, der ständig seine Nöte im Wein versenkt. Aus der
erbitterten Rache einer betrogenen Ehefrau an ihrer Nebenbuhlerin entsteht plötzlich
Leidenschaft füreinander, und ein ältlicher Casanova, dessen Frau in der Schreckensnacht ihr
Gehör einbüßt, macht sich an ein williges Nachbarmädchen heran und ergötzt sich als Spanner
an der ortsfremden, ambitionierten Junglehrerin. Und der Briefträger von Galveias reist nach
Bissau, um wie jedes Jahr seine dortige, in der Heimat geheim gehaltene Familie zu besuchen:
die dunkelhäutige Alice und die vier Kinder. Über allem Ortsgeschehen steht der
Großgrundbesitzer, Herr über weite Korkwälder und Arzt, Doktor Matta Figueira.
Doch plötzlich geschieht etwas völlig Unerwartetes, das die Alltagsquerelen in den Schatten
stellt.
Septime
Übersetzung: Ilse Dick
Erscheinungsdatum: 03/2021
Geliebter Fernando Pessoa
Mário de Sá-Carneiro
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Wären die Briefe Pessoas an Mário de Sá-Carneiro erhalten und zusammen mit denen von Sá-
Carneiro an Pessoa herausgegeben worden, wäre die Agenda der Entdeckung Pessoas als
großer Dichter Portugals eine andere gewesen. Denn auch wenn sie heute mit einigen
Ausnahmen im Briefwechsel fehlen, der Korrespondenz-Stil Sá-Carneiros, die darin zutage
tretende Durchdringung und das ungeheure gegenseitige Vertrauen hätten der literarischen
Welt viel früher das Zeugnis gebracht, wer diese beiden bedeutenden Vertreter des
Modernismus waren und wer Pessoas Heteronyme de Campos, Reis, Caeiro.
Aber so wurden die Briefe Sá-Carneiros an Pessoa als „Werk“ des Ausnahme-Dichters, des
Sonderlings Sá-Carneiro herausgegeben, das international noch nicht ausreichend Licht besaß,
um dieses im Nachlass schlummernde Werk eines europäischen, eines Weltdichters, der
Pessoa wurde, so zu beleuchten, dass man auch ihn dadurch hätte erkennen müssen, denn er
gab sich in den Briefen zu erkennen.
Kupido
Übersetzung: Frank Henseleit
Erscheinungsdatum: 02/2022
Gemeinschaft
Luiz Pacheco
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Luiz Pacheco war ein leidenschaftlicher und polemischer Literaturkritiker, Verleger und
Schriftsteller. Er wollte die Taue, die das freie Denken, die Literatur und die Kunst an einen
Anker gebunden hatten, zerfetzen. Er war das Messer, und das Meer war der Lebensraum für
einen freien und ehrlichen Ausdruck. Die dafür notwendige Zerstörung von etablierten Regeln
und Moralvorstellungen blieb keine Philosophie, war nicht visionär, sondern die Essenz einer
Logik, die er alltäglich lebte. Er brachte die (un)mögliche Freiheit eines Menschen zum
Ausdruck. Gemeinschaft wurde 1964 im Küstenort Setubal verfasst. Pacheco lebte zu diesem
Zeitpunkt in kolossaler Armut. Schreibend wütet er. Verantwortungsgefühl gibt es nicht,
ebenso wenig Scham oder Treue. In eindringlicher Prosa schildert er seine derzeitige Situation,
die aus einem Bett besteht, das er mit Maria Irene, Schwester der Frau, mit der er vorher
zusammengelebt hatte, und drei Kindern teilt, wobei zwei aus der vorherigen Bindung
stammen. Im Licht einer Nachttischlampe umgeben von vier Körpern beschreibt er weißes
Papier mit roter Tinte.
Leipziger Literaturverlag
Übersetzung: Nicole Cyron
Erscheinungsdatum: 2021
Guinea
Tony Tcheka
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Tony Tcheka ist einer der bekanntesten Autoren des jungen westafrikanischen Staates Guinea-
Bissau, einer ehemaligen portugiesischen Kolonie. In seinen Gedichten porträtiert er immer
wieder seine Landsleute, etwa einen Lebenskünstler, der in den Gassen Lissabons
„diasporiert“, oder eine Straßenhändlerin, die im von Armut und den Folgen des Bürgerkrieges
gezeichneten Guinea-Bissau trotz allem die Hoffnung nicht verliert. Tony Tcheka schreibt auf
Portugiesisch und Kreol. Das Portugiesische macht in seiner Lyrik „die Runde durch die neuen
Hüttendörfer Afrikas, fasst dort Fuß, ist einmal Brücke, einmal Schlüssel zu früher
vorenthaltenen Räumen …“ und das Kreol, „so rein wie der gelesene Buchstabe“, bringt dem
lyrischen Ich bei, „den Respekt in den Augen zu lesen“.
„Guinea“, übersetzt von Niki Graça, ist Tony Tchekas erste eigenständige Publikation in
Deutschland. Die Auswahl bietet einen Querschnitt durch sein Werk.
Hochroth
Übersetzung: Niki Graça
Erscheinungsdatum: 2020
Herr Brecht und der Erfolg
Gonçalo M. Tavares
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Literatur ist für Gonçalo M. Tavares mit der Idee eines offenen Raums verbunden, der
Bewegung, Spiel und Erkenntnis ermöglicht. So hat der Autor ein ganzes Viertel erschaffen und
dieses mit illustren Herrschaften bevölkert; wir stoßen auf Namen wie Brecht, Breton, Calvino
oder Eliot. Jeder von ihnen ist Bewohner eines eigenen kleinen Buches. Tavares selbst
bezeichnet das Ensemble als »ein Asterix’sches Dorf: ein Ort, an dem man versucht, dem
Eintritt der Barbarei zu widerstehen«. Nur einer der Herren entzieht sich der Nachbarschaft:
Herr Walser lebt abseits, im Wald. Diese höchst vergnüglichen Bände sind kleine Hommagen,
die die Sprache des jeweiligen Schriftstellers und seine spezifische Sicht auf die Welt
aufnehmen und mit alltäglichen Problemen kollidieren lassen.
Der Herr Brecht von Herrn Tavares ist ein Geschichtenerzähler, der in einem praktisch leeren
Raum sitzt und düstere Schnurren zum Besten gibt. Mit dem kontinuierlichen Beschreiben von
Misserfolgen wird er aber immer erfolgreicher. Allmählich füllt sich der Saal, bis er dermaßen
voll ist, dass niemand mehr durch die Tür passt – und so steckt Herr Brecht mit seinem eigenen
Erfolg in der Falle.
Gleichzeitig mit »Herr Brecht und der Erfolg« erscheinen im Frühjahr 2020 »Herr Valéry und
die Logik« sowie »Herr Henri und die Enzyklopädie«. Die Edition Korrespondenzen wird den
Bummel durch »Das Viertel« von Gonçalo M. Tavares fortsetzen und in jedem der kommenden
Halbjahre einen weiteren Band aus dem zehnteiligen Zyklus präsentieren.
Edition Korrespondenzen
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 03/2020
Herr Henri und die Enzyklopädie
Gonçalo M. Tavares
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Literatur ist für Gonçalo M. Tavares mit der Idee eines offenen Raums verbunden, der
Bewegung, Spiel und Erkenntnis ermöglicht. So hat der Autor ein ganzes Viertel erschaffen und
dieses mit illustren Herrschaften bevölkert; wir stoßen auf Namen wie Brecht, Breton, Calvino
oder Eliot. Jeder von ihnen ist Bewohner eines eigenen kleinen Buches. Tavares selbst
bezeichnet das Ensemble als »ein Asterix’sches Dorf: ein Ort, an dem man versucht, dem
Eintritt der Barbarei zu widerstehen«. Nur einer der Herren entzieht sich der Nachbarschaft:
Herr Walser lebt abseits, im Wald. Diese höchst vergnüglichen Bände sind kleine Hommagen,
die die Sprache des jeweiligen Schriftstellers und seine spezifische Sicht auf die Welt
aufnehmen und mit alltäglichen Problemen kollidieren lassen.
Herr Henri ist ein Redner. Er hat zwei große Lieben: Absinth und Enzyklopädien. Solange das
Absinth-Trinken anhält, schwadroniert er über die verschiedensten enzyklopädischen Themen.
Seine Mitteilungen scheinen die Gesprächspartner nicht zu interessieren, doch das ist kein
ausreichender Grund für Herrn Henri, den Mund zu halten. Mit zunehmender Dauer entfaltet
der Absinth seine Wirkung.
»Herr Henri sagte: Wenn einer Absinth mit der Wirklichkeit mischt, kommt eine bessere
Wirklichkeit dabei heraus … Aber sicher ist auch, dass, wenn jemand Absinth mit der
Wirklichkeit mischt, der Absinth schlechter wird … Früh schon habe ich die wichtigsten
Entscheidungen getroffen, die es im Leben zu treffen gilt – sagte Herr Henri … Ich habe nie den
Absinth mit Wirklichkeit vermischt, um die Qualität des Absinths nicht zu mindern.«
Gleichzeitig mit »Herr Henri und die Enzyklopädie« erscheinen im Frühjahr 2020 »Herr Valéry
und die Logik« sowie »Herr Brecht und der Erfolg«. Die Edition Korrespondenzen wird den
Bummel durch »Das Viertel« von Gonçalo M. Tavares fortsetzen und in jedem der kommenden
Halbjahre einen weiteren Band aus dem zehnteiligen Zyklus präsentieren.
Edition Korrespondenzen
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 03/2020
Herr Juarroz und das Denken
Gonçalo M. Tavares
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Mit seinem zehnbändigen Zyklus »Das Viertel« hat Gonçalo M. Tavares ein einzigartiges Werk
in Form eines literarischen Chiado erschaffen, den er mit illustren Herrschaften bevölkert hat.
Nach »Herr Valéry und die Logik«, »Herr Henri und die Enzyklopädie« und »Herr Brecht und
der Erfolg«, die im Frühjahr 2020 in der Edition Korrespondenzen erschienen, betritt nun ein
gewisser Herr Juarroz die Szenerie.
Herr Juarroz ist ein Eigenbrötler, ein notorischer Theoretiker, dem das praktische Leben zu
schaffen macht. Da die Wirklichkeit für ihn eine verdrießliche Angelegenheit ist, hört er nur auf
zu denken, wenn es unbedingt sein muss. Zum Glück ist da noch die Frau von Herrn Juarroz,
die größeres Unheil abzuwenden weiß.
Edition Korrespondenzen
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 10/2020
Herr Kraus und die Politik
Gonçalo M. Tavares
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Mit seinem zehnbändigen Zyklus »Das Viertel« hat Gonçalo M. Tavares ein einzigartiges Werk
in Form eines literarischen Chiado erschaffen, den er sukzessive mit illustren Persönlichkeiten
bevölkert hat; wir machten bisher die Bekanntschaft mit den Herren Brecht, Valéry, Juarroz
und Henri. Jeder von ihnen ist Bewohner eines eigenen kleinen Buches.
Im fünften Band betritt nun ein gewisser Herr Kraus die Szenerie, genauer gesagt, die
Redaktionsstube: ein heutiges Double des kakanischen Karl Kraus als Zeitungsredakteur, der
erkannt hat, dass »die einzig objektive Form, sich zu Politik zu äußern, die Satire« ist. Und so
schreibt Herr Kraus seine Kolumnen und versieht die strapazierten Schlagworte, Gemeinplätze
und die Verhaltensweisen der politischen Akteure mit beißendem Spott.
»Was ist bei einer Fernsehdebatte wichtig?« Herr Kraus antwortete: »Der Reichtum der
Argumente verliert (durch K. o.) gegenüber der Qualität der Bewegung des Stirnrunzelns. Wie
viele Stimmen bringt ein Naserümpfen im richtigen Augenblick?! Wie sehr könnte die Antwort
darauf zu kennen doch unser Vertrauen in die Demokratie erschüttern«, raunte Herr Kraus.
»O Senhor Kraus« von Gonçalo M. Tavares wurde mit dem Prix Littéraire Européen 2011
ausgezeichnet.
Edition Korrespondenzen
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 03/2021
Herr Valéry und die Logik
Gonçalo M. Tavares
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Literatur ist für Gonçalo M. Tavares mit der Idee eines offenen Raums verbunden, der
Bewegung, Spiel und Erkenntnis ermöglicht. So hat der Autor ein ganzes Viertel erschaffen und
dieses mit illustren Herrschaften bevölkert; wir stoßen auf Namen wie Brecht, Breton, Calvino
oder Eliot. Jeder von ihnen ist Bewohner eines eigenen kleinen Buches. Tavares selbst
bezeichnet das Ensemble als »ein Asterix’sches Dorf: ein Ort, an dem man versucht, dem
Eintritt der Barbarei zu widerstehen«. Nur einer der Herren entzieht sich der Nachbarschaft:
Herr Walser lebt abseits, im Wald. Diese höchst vergnüglichen Bände sind kleine Hommagen,
die die Sprache des jeweiligen Schriftstellers und seine spezifische Sicht auf die Welt
aufnehmen und mit alltäglichen Problemen kollidieren lassen.
In dem Viertel lebt auch ein gewisser Herr Valéry, der immer ein Buch mit sich trägt, das er
zugleich als Brieftasche verwendet, weil er Literatur und Geld nicht trennen mag. Wer Herrn
Valéry am Kaffeehaustisch sitzen sieht, wie er sein Buch mit beiden Händen fest umklammert,
vermag nicht zu sagen, ob seine verkrampften Arme Ausdruck von kleinlichem Geiz sind oder
von tiefer Zuneigung zur Literatur.
In 25 Geschichten zeichnet Tavares das Porträt eines Mannes, der sich mithilfe der Logik mehr
oder weniger erfolgreich an seine Umgebung anzupassen versucht. Ein Unterfangen, das zeigt,
wie dünn die Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn ist.
Gleichzeitig mit »Herr Valéry und die Logik« erscheinen im Frühjahr 2020 »Herr Henri und die
Enzyklopädie« sowie »Herr Brecht und der Erfolg«. Die Edition Korrespondenzen wird den
Bummel durch »Das Viertel« von Gonçalo M. Tavares fortsetzen und in jedem der kommenden
Halbjahre einen weiteren Band aus dem zehnteiligen Zyklus präsentieren.
Edition Korrespondenzen
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 03/2020
Himmel in Flammen: Acht Novellen
Mário de Sá-Carneiro
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Sá-Carneiros Novellenzyklus Céu em fogo – neben Pessoas Buch der Unruhe das bedeutendste
portugiesische Prosawerk des 20. Jahrhunderts – entführt den Leser in die Metropolen Paris
und Lissabon. Der Autor löst sich in eine Vielzahl von Figuren auf: Dramatische Schicksale
hochsensibler, »vibrierender« Seelen, die sich auf den verschiedensten Ebenen der
Wahrnehmung und Empfindung in ständiger wechselseitiger Durchdringung befinden, werden
von einer sensualisierten, synästhetischen Sprache wie von einer Symphonie Skrjabins
getragen.
Sá-Carneiro entwickelte seine Ästhetik konsequent aus der für die gesamte Moderne zentralen
Erfahrung des Selbstverlusts und dem philosophischen Problem der Identität. Über Rimbauds
»Ich ist ein anderer« geht er weit hinaus – er ist sich eines Selbst bewußt geworden, das über
sich hinaustreibt, aber nirgendwo anlandet: »Ich bin nicht ich, noch der andere,/ Ich bin
irgendetwas dazwischen.« Wie Sá-Carneiro selbst befinden sich seine Protagonisten auf der
obsessiven Suche nach dem sich entziehenden, unberechenbaren Ich – in der Liebe, im
Wahnsinn, im Traum, in der Kunst und der Wissenschaft. Es ist ein passioniertes Ringen um die
wahre, »goldene « Vollkommenheit des Menschen, das sich von der Moral und den
gesellschaftlichen Konventionen nicht fesseln läßt.
Die Suche des Selbst im Anderen, nach dem Anderen im Selbst führt schließlich in das au-delà
des Symbolismus, in ein Jenseits-der-Wirklichkeit, das sich manchmal hinter einem Himmel in
Flammen, manchmal im Abgrund des Ich erahnen läßt. Darauf zielt die Ekstase beim
ästhetischen Genuß, beim Sex, im Verbrechen oder
im Tod.
Arco
Übersetzung: Magnus Chrapkowski
Erscheinungsdatum: 08/2021
Im Auge der Pflanzen
Djaimilia Pereira de Almeida
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Den Kindern hält man die Augen zu, wenn der alte Kapitän Celestino vorbeigeht. Seine Seele
soll er verkauft haben, und des Nachts tanze er mit dem Teufel. Geschichten von Grausamkeit
ranken durch das Dorf, kriechen bis an die blinden Fenster von Celestinos Haus. Während die
Dörfler urteilen und der Pfarrer den Kapitän zur Beichte drängt, weiß nur Celestino selbst um
seine wahren Untaten.
Der verwilderte Garten wird ihm zum einzigen Vertrauten. Celestino treibt Pilze, Wurzeln und
Schlingen zurück, tränkt den Boden mit Wasser und Hingabe, zieht nach Fantasie duftende
Nelken, bis das Leben unter seinen Händen zurückkehrt. Doch die Bilder in seinem Kopf
vermögen die Blüten nicht zu verdecken.
In leuchtenden Farben zeichnet Almeida eine von Schuld und Erinnerung umgetriebene
Gestalt.
Unionsverlag
Übersetzung: Barbara Mesquita
Erscheinungsdatum: 02/2022
Im Fluss der Erinnerung
Yvette Centeno
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Dieses Buch, begonnen 2009 und 2011 mehr oder minder beendet, resul-tiert aus einer Wette
mit Teilnehmern eines Seminars im Master-studiengang in Creative Writing. Ich gab ein Thema
vor: die Zeit und der Raum, jeder sollte seine Er-zählung zu Zeit und Raum schreiben und dabei
Erinnerungen an die Ver-gangenheit oder Ereignisse aus der Gegenwart, bestimmte Orte usw.
wählen. Die Antwort kam sofort: wir können nicht schreiben. Auch ich habe sofort
geantwortet: um zu schreiben, setzt euch hin und fangt an. Der Rest kommt von selbst, wenn
es auch unvollkommen sein mag! Als ich nach Hause kam, beschloß ich, noch am selben Abend
mit gutem Beispiel voranzugehen und mit einem eigenen Buch zu Zeit und Raum zu beginnen.
Es sollte umfangreicher werden als eine Erzählung, obwohl die Skizze, als eine Wette, am Ende
des Semesters vorlag.
Ich brauchte zwei Jahre und sehe noch immer durch, was ich ge-schrieben habe. Unterdessen
habe ich einen anderen Roman pub-liziert, der älter war, und Gedichte, die ich seit 2005
geschrieben habe. Tatsächlich habe ich nie aufgehört zu schreiben. Doch der Moment ist
gekommen, eine Entscheidung zu treffen: veröffentliche ich den Text, wie ich ihn entworfen
habe, oder ändere ich, indem ich vieles, was ich über mein Land gesagt habe, abschwäche,
Dinge, die immer schwerer zu akzeptieren sind, ein faulig gewordenes Land, Ergebnis von
Lastern, die unausrottbar scheinen… ich gebe zu, ich weiß es nicht. Und lasse ich am Ende eine
Figur außen vor oder nicht, die gleichfalls meiner Kritik nicht entgeht, weil sie stets in der
Politik mitgemischt hat, das Fähnchen stets nach dem Wind gerichtet, und dabei von
Protektion und Zuwendungen profitierte, die ihr von diesem oder jenem Landsmann zuteil
wurde? Ich ließ sie außen vor, 2014 habe ich es ein letztes Mal durchgesehen. Nun ist der
Augenblick gekommen, es so, wie es ist, zu publizieren oder für immer in die Schublade zu
stecken. Vielleicht wäre die Schublade gar nicht so schlecht.
Leipziger Literaturverlag
Übersetzung: Markus Sahr
Erscheinungsdatum: 2021
In Evaristos Apotheke
Fernando Pessoa
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Fernando Pessoa (1888-1935) erschuf eine Handvoll Heteronyme und diese eine in sich
kohärente wie kontroverse Utopie. Pessoa hinterließ auch orthonyme Prosa, Texte die seinen
Namen tragen, die aber nicht weniger Scharade sind als das Gros seiner unauslesbaren Texte.
Zur kontroversen Utopie zählen vor allem seine politischen und esoterischen Texte. Wie tief
verwoben sie dennoch sind, wie sehr für Pessoas Figuren gilt: „Wir sind Geschichten, die
Erzählungen produzieren“, das zeigen die orthonymen Erzählungen In Evaristos Apotheke und
Die Stunde des Teufels, zwei Extreme zwischen Tagespolitik und Religion, zusammengehalten
von der späteren Version des Bankiers als Anarchist aus 1935, Pessoas letztem Lebensjahr.
Kupido
Übersetzung: Frank Henseleit
Erscheinungsdatum: 03/2022
Kein Bett in der Nacht
Maria Inês Almeida
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Für Kinder ist Obdachlosigkeit im ersten Moment schwierig zu begreifen. In diesem einfühlsam
geschriebenen Buch entdeckt ein kleiner Junge, dass wohnungslose Menschen nicht freiwillig
auf der Straße schlafen, sondern ein schwieriges Leben führen und aus vielen
unterschiedlichen Gründen in die Armut hineingeraten sind. So hatte Herr Antonio früher viele
Haustiere, er hat studiert und gearbeitet, bis das Leben eine unerwartete Wendung nahm und
er nun seit mehr als 30 Jahren auf der Straße lebt. Obdachlose Menschen haben kein Zuhause,
das sie vor Regen, Hitze oder Wind schützt und kein Bett, auf dem sie sich nach einem langen
Tag ausstrecken können. Viele von ihnen sind ganz allein. Hilfsbereit teilt der kleine Junge
Lebensmittel, warme Kleidung und vor allem freundliche, liebevolle Worte an die obdachlosen
Menschen aus.
In diesem Bilderbuch werden kleine Kinder behutsam, nachfühlbar und anschaulich an das
Thema Obdachlosigkeit herangeführt. Ein rücksichtsvolles Plädoyer für mehr Nächstenliebe
und weniger Wegschauen in unserer Gesellschaft.
Knesebeck
Übersetzung: Sarah Pasquay
Erscheinungsdatum: 06/2021
Lissabonleipzig
Maria Gabriela Llansol
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Teil 1: Die unerwartete Begegnung des Verschiedenartigen.
Teil 2: Die Musikprobe
Beide Teile in einem Band.
Zweite, verbesserte Auflage.
In Lissabonleipzig wird die Poesie von Künstlern, Komponisten, Dichtern und Philosophen zum
Strahlen gebracht, deren geistiger Stammbaum in die Vor-geschichte der europäischen Idee
der Gewissensfreiheit hinein-reicht. Llansol erkennt, daß die Ge-wis-sens--freiheit ohne
poetische Wurzeln zu einer fatalen Rückwärts-entwicklung des Menschen führt, die in
Fundamentalismen des Glaubens oder der Ver-nunft mündet: Die Poesie, die den Dingen
innewohnt, ist wichtiger als die Meinung, die wir von ihnen haben.
Llansol empfand die Konventionen der traditionellen Literatur als einengend und die üblichen
Romanthemen als verbraucht. Sie interessierte sich nicht für realistische
Wirklichkeitsbeschreibungen, sondern für den Gebrauch der Sprache als schwindelfreies Mittel
zur Erfassung der Vielfalt des Wirklichen und des Lebensprozesses. Das Schreiben selbst war
ihre Realität. In ihrem Tagebuch bekannte sie 1985: „Literatur an sich gibt es nicht. Der
Schreibende muß nur wissen, in welche Welt er eintauchen möchte, und ob es passende
Mittel gibt, anderen Menschen den Zugang zu ihr zu verschaffen.“
In Llansols Texten entsteht der Gegenentwurf zu einer von Nationalismen geprägten Weltsicht,
indem sie Figuren aus der europäischen Geschichte wie Meister Eckart, Johann Sebastian Bach
und Thomas Müntzer über die Zeit hinweg mit Spinoza und Emily Dickinson in Dialog setzt.
Llansol besingt nicht den Ruhm der portugiesischen Entdecker, sondern lenkt ihren Blick auf
die sozialen Verwerfungen der Neuzeit, die Kämpfe zwischen Fürsten und Bauern. Besonders
die mitteldeutsche Landschaft hat ihre Phantasie erregt.
Es ist einzigartig in der portugiesischen Literatur, daß ein Autor anhand der Figuren von
Fernando Pessoa und J. S. Bach die geistige Verwandtschaft zwischen Leipzig und Lissabon
herausarbeitet. Lisboaleipzig ist in zwei Bänden 1994 auf Portugiesisch erschienen. Hiermit
legen wir, unterstützt von Prof. João Barrento, die verbesserte deutschsprachige Ausgabe in
der profunden Übersetzung von Markus Sahr vor.
Leipziger Literaturverlag
Übersetzung: Markus Sahr
Erscheinungsdatum: 2021
Manucure
Mário de Sá-Carneiro
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Mário de Sá-Carneiro, der zusammen mit Fernando Pessoa die Redaktion der Nr. 2 der
Zeitschrift Orpheu übernommen hatte, schrieb dieses aus seiner Pariser Zeit inspirierte
Langgedicht im Mai 1915 in Lissabon, wo es im folgenden Juni in besagter Orpheu erschien. Es
gab viele avantgardistische Strömungen, nicht eine, die sich in Orpheu verdichteten und
Portugals Dichtung ruckartig näher an das Zentrum der Kunst heranrückten. Manucure trägt
deutliche Züge der Calligrammes von Apollinaire, aber näher steht er den kubistischen,
orphischen, simultaneistischen Manifesten und im Ton und im Herzen doch neben Portugals
bedeutendster Stimme der Avantgarde: Álvaro de Campos, dem Autor der Triumph-Ode.
Kupido
Übersetzung: Frank Henseleit
Erscheinungsdatum:
Schwerkraft der Tränen
Yara Monteiro
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Die intimste Wahrheit ist diese: Vitória kann ihre Mutter nicht für sich beanspruchen.
1965. Angola. Der Freiheitskrieg gegen die portugiesische Vorherrschaft nimmt seinen Lauf.
Mittendrin: Rosa Chitula und ihre Familie. Viele suchen Sicherheit und Stabilität in Lissabon,
verlassen das Land. Doch Rosa rebelliert, will kämpfen – und wird das Gesicht der
Unabhängigkeitsbewegung. Die zweijährige Vitória, Rosas Tochter, flieht mit ihren Großeltern
nach Portugal und dann – nichts. Ein Schnitt, der nicht heilen wird.
2003. Lissabon. Vitória Queiroz da Fonsecas Leben besteht aus Erinnerungen: Da sind Bilder,
Gerüche, der Geschmack von Sauermilch. Da sind die Säulen eines Traumas, das Vitória nicht
überwinden kann: zu wissen, dass ihre Mutter ein Land mehr liebte als ihre Tochter. Denn wie
damit umgehen, wenn da niemand ist, der Antworten auf die eigenen Fragen geben kann …
Wie sieht das Leben aus, wenn man in einen Kampf um Freiheit hineingeboren wird, der nicht
der eigene ist?
Wie verstehen, dass die Geschichte übermächtig geworden ist, sich hineingedrängt hat
zwischen sich selbst und die Möglichkeiten, die man vielleicht gehabt hätte? Vitória kennt ihre
Mutter nicht, kennt ihren Kampf nicht. Aber sie trägt die Revolte in sich, genauso wie Rosa. Sie
lässt Lissabon, ihren Verlobten und Job hinter sich, getrieben von dem Drang, sich selbst zu
begegnen. Doch das Luanda des 21. Jahrhunderts besteht aus Kontrasten, ist abweisend und
Heimat zugleich. Hier gehören die Menschen einem Land, das nicht immer das ihre war, das
nicht immer das ihre ist. Als Vitória in Huambo die Einzigartigkeit von Angola entdeckt, sich
selbst auf der Spur, trifft sie auf die Geister einer fremden Vergangenheit und muss lernen,
dass es Risse gibt, die zu tief sind, um noch geflickt zu werden.
Wir schreiben Formen der Gewalt.
In einer klaren Sprache erzählt Yara Monteiro von der Gewalt der Geschichte. Einer Gewalt, die
wir spüren, aber nicht aufhalten können. Die vergangen ist, aber für immer bestehen bleiben
wird. Wie fühlt es sich an, nach Wurzeln zu greifen, ohne zu wissen, ob man sie fest im Boden
verankern oder ausreißen will? Und was bedeutet Freiheit, wenn sie alles ist und gleichzeitig
nicht das, was wir für uns gefordert haben? Ein Debüt, das fesselt: kompromisslos.
Haymon Verlag
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 03/2022
Stippvisiten
Miguel Cardoso, Afonso Cruz, Isabela Figueiredo, Rui Cardoso Martins, Patrícia Portela
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Fünf wichtige Stimmen der zeitgenössischen portugiesischen Literatur kommen in diesem
Band zu Wort. Die Texte entstanden während der Berlin-Aufenthalte der Autorinnen und
Autoren im Rahmen ihrer von der Botschaft von Portugal / Camões Berlim gewährten
Residenzstipendien.
Elfenbein
Übersetzung: Marianne Gareis, Niki Graça,
Odile Kennel, Dania Schüürmann
Erscheinungsdatum: 05/2021
Tänzer im Taumel
Hélia Correia
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In ihrer Erzählung, die teils einem Langgedicht gleich-kommt, berichtet Hélia Correia von einer
Gruppe Flüchtender, die sich durch eine Wüste quälen mit dem Ziel und der Hoffnung, das
Meer und danach Europa zu erreichen. Wir erfahren, dass die Gruppe vor namenlosen
Schrecken und Gewalt flieht und nur eine ungefähre Richtung, eine vage Hoffnung hat, einen
besseren Ort zu erreichen. Europa aber will sie nicht. Auf diesem Leidensweg befreien sich die
Frauen der Gruppe aus überkommenen Rollen und werden zu Anführerinnen und
Kämpferinnen, die sich ihrer Intuition überlassen und nicht länger den Männern unterordnen
wollen. Die Wüstenodyssee ist ein schwerer Weg. Europa werden sie niemals erreichen.
Hélia Correia, Preisträgerin des Prémio Camões, hat mit diesem Buch wieder einen wichtigen
Literaturpreis, den Grande Prémio de Romance e Novela der Autoren-vereinigung APE,
gewonnen: für einen beein-druckend aktuellen und zugleich überzeitlich poetischen Roman.
Leipziger Literaturverlag
Übersetzung: Dania Schüürmann
Erscheinungsdatum: 2021
Volksmärchen aus Portugal
Adolfo Coelho
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Volksmärchen aus Portugal sind Geschichten aus allen Zeiten und allen Altersstufen. Dieses
Werk lässt uns die Bilderwelt und das Wunderbare aus unserer Volkskultur wiedererstehen,
unter anderem “Die Geschichte vom Hirschkäfer-Fräulein”, “Die Ameise und der Schnee”, “Das
weiße Häschen”, “Die verlaufenen Kinder”, “Gevatter Wolf und Gevatter Fuchs” und “Die zwei
Brüder”.
Oxalá Editora

Übersetzung: Barbara Böer Alves
Erscheinungsdatum:
Was ist ein Name
Ana Luísa Amaral
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Einfühlsam und scharfsinnig – Ana Luísa Amarals Poesie der Details.

„Was ist ein Name?“, fragt Ana Luísa Amaral, die beliebteste Lyrikerin Portugals und eine der
großen Dichterinnen unserer Zeit. In einer klarsichtigen Sprache, die in der Tradition von
Dickinson und Szymborska steht, leistet sie ihren Offenbarungseid: Worte können nichts
festhalten, außer der Flüchtigkeit der Dinge. „Ich bin eine Frau von gar nichts / nicht einmal
Besitzerin meiner selbst“, beschreibt sie sich in einem Gedicht. Amarals Poesie spürt in den
kleinsten Episoden des Alltags – ob es um eine zerquetschte Mücke geht oder um eine
Schüssel, die zerbricht –, der traumhaften Essenz des Lebens nach, jenem Nichts, das im
Klangraum der Worte sich schließlich in Fülle umkehrt.
Carl Hanser Verlag
Übersetzung: Michael Kegler, Piero Salabè
Erscheinungsdatum: 03/2021
Wie feine Adern in der Erde & Wildes Wasser
Ana Paula Tavares
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Wäre Urdu meine Sprache
Und der älteste Ton
Weitete mit dem Echo
Das Herz
Edition Delta
Übersetzung: Juana Burghardt, Tobias Burghardt
Erscheinungsdatum: 2021
Wie man ein Wunder löscht
Basco, Cláudia Lucas Chéu, Francisca Camelo, Gisela Casimiro, Inês Morão Dias, Patrícia Lino,
Rafael Mantovani, Sara F. Costa
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Die Anthologie Wie man ein Wunder löscht stellt neue Gedichte aus Portugal vor, die Beatrice
Cordier und Laurine Irmer ausgewählt und übersetzt haben. „Mit den Gedichten der acht
Lyriker:innen möchten wir vor Augen führen, wie kulturell und politisch divers die
portugiesische Gegenwartslyrik ist. In einer Poesie zwischen Alltag und Mythos wird in diesen
Gedichten von kleinen und großen Themen erzählt, von Politik und Zukunft, von Nähe und
Fernweh, aber auch von der Kunst, Kritik zu üben.
Mit viel Humor, aber auch mit einer Spur von Pathos, gehen die Poet:innen den portugiesische
Konventionen und Lebensweisen nach, indem sie sie in ihren Sprachspielen gleichermaßen auf
die Probe stellen. Die Motive der Kolonialgeschichte, des Katholizismus, der konventionellen
Geschlechterrollen, aber auch des Tourismus, des Klimawandels und der Wirtschaftskrise
kollidieren in diesen bildreichen Poesien und werden gleichermaßen kritisch unter die Lupe
genommen.
Ein wiederkehrendes Moment stellt die Reise dar. Es wird von ihr und dem Leben im Ausland
gesprochen, aber auch über ein Reisen durch die Zeit, wie es die Aufarbeitung der kolonialen
Praktiken und Hinterlassenschaften der portugiesischer Kolonialherrschaft bedeutet. Gewiss
enthält die Kunst des Übersetzens die Kunst der Reise. Dazu gehören nicht nur große
Entfernungen, wie man sie zwischen Ländern oder Sprachen zurücklegt, sondern auch kleinere
Etappen, wie es Übersetzungsvorgänge von Dialekten – des portugiesischen und
brasilianischen – oder von Redewendungen mit sich bringen“, schreiben die Herausgeberinnen
im Nachwort.
Der Band enthält übersetzte Gedichte von Basco, Francisca Camelo, Gisela Casimiro, Sara F.
Costa, Patrícia Lino, Cláudia Lucas Chéu, Rafael Mantovani und Inês Morão Dias mit je einem
Originaltext und Zeichnungen von Dmitry Ilko.
Parasitenpresse
Übersetzung: Beatrice Cordier, Laurine Irmer
Erscheinungsdatum: 2021
Zuflucht am Rande Europas – Portugal 1933-1945
Christa Heinrich,
Irene Pimentel
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Portugal ist als Exil- und Transitland für Opfer nationalsozialistischer Verfolgung ein noch wenig
bekanntes Kapitel in der Exilgeschichte. Christa Heinrich und Irene Pimentel gehen den
vielfältigen Realitäten der Flüchtlinge in Portugal nach, das – wie eine Ironie des Schicksals –
selbst von einer reaktionären nationalistischen Diktatur unter Antònio Oliveira de Salazar
beherrscht wurde. Das neutrale Portugal wurde während des Zweiten Weltkriegs zum
wichtigsten europäischen Fluchttor nach Übersee. Die Zahl der Verfolgten, die in Portugal
Zuflucht fanden, liegt laut Schätzungen zwischen 50.000 und 100.000, darunter prominente
Persönlichkeiten wie Hannah Arendt, Steffie Spira, Friderike Zweig, Friedrich Torberg, Heinrich
und Nelly Mann, Golo Mann, Marta und Lion Feuchtwanger, Franz Werfel und Alma Mahler-
Werfel, Alfred und Erna Döblin, Erich Ollenhauer, Arthur Koestler, Otto von Habsburg, Max
Ernst, Marc Chagall, Max Ophüls, Elsbeth und Herbert Weichmann oder Alfred Polgar.
Die Autorinnen würdigen die lebensrettende Bedeutung Portugals für die Flüchtlinge sowie die
Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der portugiesischen Bevölkerung, zeigen aber auch,
dass viele von ihnen an der restriktiven Einreisepolitik des Salazar-Regimes scheiterten und ihr
Leben verloren. Portugal hat aber nach heutigem Kenntnisstand keine Flüchtlinge an die
Nationalsozialisten ausgeliefert.
Hentrich & Hentrich
Übersetzung: Sarita Brandt, Renate Hess
Erscheinungsdatum: 03/2022
Zwei Schüsse und ein Lachen
Abdulai Sila
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Abdulai Silas Theaterstück führt uns in ein Land, das von Geldgier und Machthunger zerrüttet
ist. Doch aussichtslos ist die Lage keineswegs. Denn wenn die Welt aus den Fugen gerät, ist es
an den Ältesten, sie vom Kopf wieder auf die Füße zu stellen. Die Homens-grandes genießen in
der Gesellschaft Guinea-Bissaus großen Respekt. Mit ihrer Weisheit und spirituellen Kraft
ersinnen sie einen klugen Plan, der Versöhnung möglich macht und die natürliche Ordnung
wieder in Kraft setzt.
Edition Noack & Block
Übersetzung: Renate Heß
Erscheinungsdatum: 2021
Zwischen regionaler Moderne und portugiesischem Stil
Peter Schau
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Raúl Lino da Silva (1879 – 1974) gehört zu den interessantesten Persönlichkeiten der
portugiesischen Baugeschichte. Als Architekt entwarf er vor allem Wohnhäuser, wobei er
regionale Traditionen mit innovativen Strömungen aus West- und Mitteleuropa verband. Lino
war aber auch Theoretiker, der vielbeachtete Bücher publizierte und Artikel für Zeitungen
schrieb. An seiner Ablehnung der Moderne und seiner Nähe zum autoritären Salazar-Regime
entzündeten sich Kontroversen.
Ein besonderes Verhältnis verband Lino mit Deutschland. Als junger Mann besuchte er die
Kunstgewerbeschule in Hannover – im Gegensatz zu den meisten seiner portugiesischen
Kollegen, die an der École des Beaux-Arts in Paris ausgebildet wurden. In Deutschland kam er
nicht nur in Kontakt mit der Arts-and-Crafts-Bewegung, sondern lernte auch den Architekten
Albrecht Haupt kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Haupt,
ein Kenner portugiesischer Kunst, prägte Linos Blick auf die Kultur des eigenen Landes.
Das vorliegende Buch zeichnet die Biografie eines vielseitig begabten Mannes nach, zu dessen
Interessen neben Architektur, Design und Denkmalpflege auch Theater, Musik und Ballett
gehörten. Ausführlich werden Linos wichtigste Schriften und das von ihm propagierte Ideal des
»Portugiesischen Hauses«, der Casa Portuguesa, vorgestellt.
DOM publishers
Erscheinungsdatum: 2021
Herr Calvino und der Spaziergang
Gonçalo M. Tavares
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Herr Calvino ist jemand, der gerne lange Spaziergänge unternimmt und sich dabei existenziellen Herausforderungen stellt, wie z.B. eine Metallstange parallel zum Boden durch die Gegend zu tragen oder zehn Kilo Erde mit einem Teelöffel von einem Ort zum anderen zu befördern, um die Geduld zu trainieren. Er führt einen blinden Hund spazieren, er erfindet Fenstervorhänge zum Zuknöpfen, damit die Wirklichkeit nicht mehr »etwas jederzeit Verfügbares« sei, und er praktiziert allerlei Übungen, die seine besonderen technischen und metaphysischen Fähigkeiten zur Geltung bringen.

Der sechste Band aus dem faszinierenden zehnteiligen Zyklus »Das Viertel« von Gonçalo M. Tavares ist – nach Büchern über die Herren Valéry, Henri, Brecht, Juarroz und Kraus – eine spielerische Hommage an den italienischen Autor Italo Calvino.
Edition Korrespondenzen
Übersetzung: Michael Kegler
Erscheinungsdatum: 03/2020